Auch der Fels unter der Sondermülldeponie Kölliken ist verseucht

Rund 30'000 Tonnen Fels unter der Sondermülldeponie Kölliken müssen abgetragen werden. Wie das Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF berichtet, zeigen dies aktuelle Messungen. Betroffen sind vor allem Felsregionen mit Sandstein.

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Das Gift liegt tiefer, als gedacht

1:36 min, aus Tagesschau vom 14.12.2015

Es war die grosse offene Frage bei der Deponiesanierung in Kölliken (AG): Wie tief ist das Gift in den Fels eingedrungen? Die Frage ist nun beantwortet. Das Gift hat den Fels zum Teil mehrere Meter tief kontaminiert.

Sandstein ist besonders durchlässig

Eigentlich ging man bei der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) davon aus, dass etwa ein Meter des gesamten Untergrunds entfernt werden muss. Rund 200 Bohrungen zeigten aber ein anderes Bild, sagt Benjamin Müller, Geschäftsführer der SMDK: «Wir müssen zwar nur 20 Prozent der Fläche ausbaggern, dafür geht es tiefer runter».

In gewissen Partien ist der Fels praktisch dicht geblieben. An anderen Orten geht die Verschmutzung bis fünf Meter tief. Betroffen sind vor allem Stellen mit Sandstein: «Man kann beim Abbau nun deutlich sehen, dass sich dieses Gestein schwarz verfärbt hat, obwohl es eigentlich braun sein müsste», erklärt Müller.

Zwei Bagger beladen einen Lastwagen in der Sondermülldeponie. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: An einigen Stellen der Sondermülldeponie ist der Untergrund aus Sandstein bis in fünf Meter Tiefe verseucht. Alex Moser, SRF

Grössere Tiefe wäre problematisch

Ein zusätzliches Problem haben die Betreiber der Deponie möglicherweise mit der Statik der riesigen Abbauhalle. Denn tiefer als fünf Meter darf nicht gegraben werden. Ansonsten könnte das Gebäude einstürzen. Falls der Fels noch tiefer verseucht ist, müsste er zu einem späteren Zeitpunkt saniert werden. Möglich wäre, dass man die Grube mit Erde auffüllt, die Halle abbaut und dann mit Bohrungen das verseuchte Felsmaterial hervorholt.

Im Februar 2016 sind neue Sondierbohrungen geplant, die dann deutlich tiefer gehen. Erst danach kann man sagen, wie es weitergehen soll. Bei der Sondermülldeponie Kölliken ist man jedoch zuversichtlich, dass tiefer unten kein Gift mehr entdeckt wird.

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Die SMDK

Halle der Sondermülldeponie Kölliken

Keystone

In der Sondermülldeponie Kölliken wurden von 1978 bis 1985 insgesamt 250'000 Tonnen Müll entsorgt, darunter auch giftige Chemikalien. Die Sanierung der Deponie kostet rund 900 Millionen Franken. Den grössten Teil davon bezahlen die Kantone Aargau und Zürich, die neben der Basler Chemie und der Stadt Zürich am Konsortium SMDK beteiligt sind.

Immer noch im Zeitplan

Die Verseuchung des Gesteins unter der SMDK hat jedoch keinen Einfluss auf die Finanzierung der Sanierung. Man hat immer damit gerechnet, dass auch der Untergrund saniert werden muss. Voraussichtlich Anfang 2018 wird die weisse Halle abgebaut. «Wir sind immer noch gut im Zeitplan und haben sogar noch ein halbes Jahr Reserve», sagt Geschäftsführer Müller.

Die Sondermülldeponie Kölliken gilt als «grösste Altlast der Schweiz». 2001 hatte die Aargauer Regierung beschlossen, dass die Deponie nicht gesichert werden kann, sondern komplett ausgebaggert werden soll. 2007 startete die Sanierung offiziell.

Im Juni dieses Jahres hatten die Verantwortlichen kommuniziert, der Rückbau sei offiziell beendet. «Grube leer», hiess es damals. Nun gehen die Sanierungsarbeiten also weiter, im Felsen unter der eigentlichen Grube.

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