Ausfall im AKW Gösgen kann bis zu 30 Millionen Franken kosten

Seit letztem Dienstag steht das Kernkraftwerk Gösgen still. Der Grund: Ein neu eingebauter Rotor funktioniert nicht richtig. Für jeden Tag, an dem das AKW nicht läuft, entstehen so laut Alpiq ungedeckte Produktionskosten von einer Million Franken. Und der Ausfall könnte vier Wochen dauern.

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Bildlegende: Der alte Rotor (Bild) wurde im Mai ausgebaut. Nun wird er möglicherweise wieder eingebaut, da der Neue Probleme macht. zvg

Der jüngste Ausfall im Atomkraftwerk Gösgen könnte sehr teuer werden: Eine Million pro Tag, erklärt Andreas Meier. Er ist der Mediensprecherin des Energiekonzerns Alpiq, Hauptaktionärin des AKWs Gösgen. Und bis zu 30 Tage lang könnte das Werk still stehen, fügt Patrick Gehri hinzu, der Leiter Elektrotechnik in Gösgen. Die Rede ist also von Kosten bis zu 30 Millionen Franken, im schlimmsten Fall.

Grund für den Ausfall: Ein neuer Rotor im Generator des Kernkraftwerks. Dieser Rotor wurde letzten Dienstmittag fertig eingebaut, zum Abschluss der Jahresrevision. Doch kurz nach dem Einschalten des AKWs merken die Arbeiter, dass etwas nicht stimmt. «Die Schwingungen, die der Rotor produzierte, waren viel stärker als sonst», erklärt Patrick Gehri. Und so musste das AKW wieder abgestellt werden, berichtet das Oltner Tagblatt.

Der alte Rotor muss möglicherweise einspringen

Seit Dienstag steht es nun still, das sind bereits drei Tage. Mindestens zwei Wochen lang wird das AKW Gösgen still stehen, das ist laut Patrick Gehri jetzt schon klar. Im schlimmsten Fall kann es bis zu 30 Tage dauern, bis das Atomkraftwerk wieder Strom produziert. «So lange würde es dauern, bis wir den alten Rotor wieder eingebaut hätten. Den haben wir noch und würden vorübergehend den benutzen», erklärt er gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Schweizer Radio SRF. Der alte Rotor ist nämlich nicht kaputt, er hat lediglich eine kleinere Leistung als der Neue.

Die Leidtragenden dürften die Konsumenten sein

Wer die hohen Kosten für den Ausfall übernimmt, ist noch nicht klar. Der Hersteller des Rotors jedenfalls nicht. «Mit Siemens haben wir einen Vertrag, in dem auch gewisse Konventionalstrafen vorgesehen sind», erklärt Herbert Meinecke, Leiter des AKWs Gösgen. Diese liegen jedoch nicht im Bereich der erwähnten Kosten. Die Reparatur des Rotors übernimmt Siemens, fügt der Werkleiter an.

Alpiq klärt nun ab, ob die Versicherungen des Energiekonzerns oder die Versicherungen aller AKW-Aktionäre einen Beitrag leisten werden. Vermutlich sei dies aber nicht der Fall, so Meier. Dann würden sich die AKW-Aktionäre die Kosten teilen. Zu den grössten Aktionären gehören die Energiekonzerne Alpiq, Axpo und die CKW, die früheren Zentralschweizer Kraftwerke. Mit dazu gehört auch die Stadt Zürich als Mitaktionärin. Das heisst aber auch: In dem Fall zahlen am Schluss die Stromkonsumenten für den Ausfall im AKW Gösgen.

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