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Aargau Solothurn Auto, Velo oder Bus: Mobilität wird im Aargau zum Zankapfel

Mehr Velo und Fussgänger in der Stadt - mehr Auto auf dem Land. So könnte man die Strategie der Aargauer Regierung ganz kurz zusammenfassen. Grundsätzlichen finden die Parteien die Stossrichtung richtig – aber eben doch nur grundsätzlich.

Postauto hält an Haltestelle vor Poststelle in Schinznach
Legende: Braucht es in jedes Dorf eine Busverbindung? Die Aargauer Regierung will «Wohnen auf dem Land» weniger attraktiv machen. Keystone

Der Aargau wächst und wächst. Bis in 25 Jahren nimmt die Bevölkerungszahl um einen Viertel zu. Damit sind immer mehr Menschen auf den Strassen und mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Die Aargauer Regierung hat deshalb vor rund drei Monaten ihre Mobilitätsstrategie präsentiert. Die Parteien haben nun dazu ihre Meinung abgegeben.

Grundsätzlich sind sie mit der Strategie einverstanden, oder wie es zum Beispiel die SVP schreibt: «Sie besteht grösstenteils aus Selbstverständlichkeiten». Es gibt jedoch auch Punkte, welche umstritten sind; etwa wenn es um den Verkehr in den ländlichen Gebieten geht.

Nicht alles überall

Die linken Parteien kritisieren dabei, dass das Auto gegenüber dem öffentlichen Verkehr bevorzugt werde. Sie befürchten etwa einen Ausbau der Strassen. Die Grünen schreiben deshalb: «Die stärkere Gewichtung des motorisierten Individualverkehrs läuft einer nachhaltigen Mobilität zuwider».

Ganz anders sehen es die bürgerlichen Parteien. Für die CVP etwa ist klar, dass nicht überall ein Bus hinfahren kann. «Nicht überall alles», meint auch die FDP. Vielmehr mache es Sinn, dass die Leute mit dem Auto zum Bahnhof fahren, und danach von dort weiter mit dem Zug in die Stadt.

Auch wenn es um den Verkehr in der Stadt geht, sind sich die Parteien nicht ganz einig. Grundsätzlich finden es zwar alle richtig, dass man Velo und Fussgänger fördert. Allerdings wollen nicht alle Parteien gleich weit gehen.

Tempo 30 auf Kantonsstrassen

Für die SVP und die FDP sollen die Menschen weiterhin frei wählen, ob sie mit dem Auto oder dem Velo unterwegs sind. Wer ins Zentrum fahren muss, soll dies auch in Zukunft tun können.

Die SP möchte dagegen das Autofahren in der Stadt weniger attraktiver machen. So schlägt die Partei etwa auch Tempo 30-Zonen auf Kantonsstrassen vor. Zudem fordert die SP Anreize, damit Personen auf kurze Autofahrten verzichten.

Trotz dieser Differenzen stimmen die Parteien der Mobilitätsstrategie der Regierung grundsätzlich bei. Sie schreiben allerdings auch, dass es sich dabei erst um eine Strategie handelt – also noch nichts Handfestes. Die Parteien sind auf die konkrete Umsetzung in ein paar Jahren gespannt. Dann wird sich zeigen, ob sich etwa eine Mehrheit für mehr Velowege in den Städten finden lässt.

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