Axpo reduziert Beteiligung an Pipeline-Projekt

Die Trans Adriatic Pipeline TAP hat 4 neue Grossaktionäre gewonnen. Der Badener Energiekonzern Axpo baut damit seine Beteiligung an dem Milliardenprojekt von 42,5 auf 5 Prozent ab.

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Bildlegende: Die Axpo baut ihre TAP-Beteiligung auf 5 Prozent ab. Keystone

Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart, wie die Axpo am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen bleibt laut den Angaben in den Führungsgremien der TAP vertreten. Die Axpo hatte angekündigt, ihr Engagement reduzieren zu wollen.

Die rund 880 Kilometer lange TAP soll das Gas von der Türkei über Griechenland, Albanien, durch die Adria nach Süditalien bringen.

Anteile an TAP neu verteilt

Die Anteilseigner von Shah Deniz - die Öl- und Gaskonzerne BP, Socar und Total - haben am Dienstag 50 Prozent der TAP-Anteile übernommen. Die deutsche TAP-Initiantin E.ON baute ihren Anteil von 15 auf 9 Prozent ab, die norwegische Statoil von 42,5 auf 20 Prozent ab, wie die TAP in Baar ZG mitteilte.

Ebenfalls über 20 Prozent verfügen neu die britische BP und die aserbaidschanische Socar. Der französische Total erwarb 10 Prozent. Neue TAP-Aktionärin ist mit einem Anteil von 16 Prozent auch die belgische Erdgasnetzbetreiberin Fluxys.

Baukosten erst grob eingeschätzt

Die Axpo begrüsst laut Communiqué den Eintritt der neuen Partner. Axpo-Chef Heinz Karrer hatte vor einem Monat erklärt, er gehe von Baukosten von 4 Milliarden Euro aus. Welchen Anteil das Energieunternehmen der Nordostschweizer Kantone einbringen soll, blieb auch am Dienstag unklar.

Die TAP soll die europäische und damit auch die schweizerische Versorgungssicherheit erhöhen, die bislang stark von Lieferungen aus Russland abhängig ist.

1 Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr

Axpo will eine Kapazität von gegen 1 Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr für langfristige Bezüge für eigene Gaskraftwerke und Lieferungen an Schweizer Industriekunden und Stadtwerke nutzen.