Badener Sportvereine können nicht im Go Easy trainieren

Der Mangel an Sportanlagen, vor allem an grossen Hallen, wird in der Stadt Baden immer akuter. Weil der Einwohnerrat ein Darlehen an den privaten Go Easy-Sportkomplex in Würenlingen zurückwies, haben die Unihockeyaner ein Problem.

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Bildlegende: Das Stadtparlament wollte nichts an die Halle Go Easy bezahlen. SRF Stefan Ulrich

Die Badener Unihockeyaner haben es schon erlebt, dass sie in einer Meisterschaftsrunde Forfait geben mussten. Sie fanden einfach keine Halle, in der sie ein Heimspiel austragen konnten. Baden rühmt sich zwar, eine Sportstadt zu sein. Aber es mangelt an Infrastruktur. Die Handballer haben zwar die Anlage in der Aue. Und dort haben auch die Unihockeyaner manchmal Gastrecht.

Aber der Mangel bleibt. Und er wird sich auch nicht entschärfen, wenn Baden die Schulanlage Burghalde baut. Dort ist nämlich keine Dreifachturnhalle geplant. Aber genau die würden die Unihockey-Spieler brauchen.

Go Easy hätte Platz

Seit Samstag ist in Station Siggenthal (Gemeinde Würenlingen) der Sportkomplex Go Easy in Betrieb. Es ist ein privates Unternehmen, das den Sportvereinen aus der Region Platz zum Trainieren und für Wettkämpfe bietet. Der Bund ist daran beteiligt, auch der Kanton Aargau.

Der Stadtrat von Baden wähnte sich auf dem richtigen Weg, als er auf die Go Easy Freizeit & Event AG zuging und ihr einen Deal vorschlug. Ein Darlehen von einer Million und im Gegenzug Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für Badener Sportvereine, vor allem für das Grossfeld-Unihockey.

Die Go Easy AG stieg auf das Angebot ein. Sie offerierte vier Prozent Zins auf das Darlehen. Dazu einen fixen Abend pro Woche für Badener Vereine. Und weiter Wettkampfmöglichkeiten an vier Wochenendtagen (Sa oder So).

Misstrauen der bürgerlichen Mehrheit

Im Badener Einwohnerrat erlitt diese Vorlage aber Schiffbruch. Zwar betonten alle Votanten am Dienstagabend, Sport sei wichtig und müsse gefördert werden. Die bürgerliche Mehrheit brachte aber einen Rückweisungsantrag (23 Ja, 21 Nein) durch. Man sorge sich um Steuergelder, hiess es. Man wisse nicht genau, wie vertrauenswürdig die Go Easy AG sei. Man habe zu wenig Zahlen, monierte die Finanzkommission.

Die zuständige Stadträtin Ruth Müri wehrte sich vehement gegen die Kritik. Man habe sich sehr gut über die Go Easy AG informiert. Es sei ein seriöser Betrieb. Auch der Bund und der Kanton würden ja Beiträge zahlen.

Der Stadtrat könnte jetzt über die Bücher gehen und dem Rat das Darlehen noch einmal vorlegen, untermauert mit noch mehr Zahlen. Aber faktisch sei der Rückweisungs-Entscheid des Einwohnerrates ein Nein zur Vorlage.

Aus und vorbei? Vielleicht...

Die Go Easy-Betreiber hätten dem Stadtrat nämlich klar zu verstehen gegeben, dass sie keine Verzögerung akzeptieren. Sie haben noch andere Gemeinden und Sportvereine auf einer Warteliste. Diese kämen jetzt zum Zug, weil Go Easy für das laufende Jahr möglichst schnell einen Belegungsplan erstellen muss, so Müri.

Es scheint, als gingen die Badener Sportvereine, insbesondere die Unihockey-Spieler, also leer aus. Allerdings: Einen Hoffnungsschimmer gibt es noch. Die Firma Go Easy erklärte gegenüber SRF nämlich, der Entscheid bezüglich Baden sei noch nicht gefallen. Der Verwaltungsrat werde erst darüber befinden.