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Bauern alarmiert Aargauer Wildschweine sorgen für Rekordschäden

  • 2017 verursachten Wildschweine im Aargau Schäden von 395'000 Franken.
  • Im laufenden Jahr betragen die Schäden bereits über 500'000 Franken.
  • Der Grund: Die Wildschweine fanden im Winter wenig Futter im Wald und suchten deshalb auf den Feldern – sehr zum Ärger der Bauern.
Umgepflügtes Feld, Haus im Hintergrund.
Legende: So sieht auf dem Land von Bauer Bläuer in Bözberg aus. ZVG

Das Jahr 2018 dürfte für gewisse Bauern im Aargau kein gutes Jahr werden. Ein Beispiel dafür ist Roland Bläuer aus Bözberg. Sein Hof grenzt an den Wald und in diesem Jahr hat er bereits mehrmals Besuch gehabt von Wildschweinen.

Ein Schadensfall war besonders gross, Bläuer spricht von einem Schaden von rund 20'000 Franken. Dazu gehört einerseits der Schaden selber, andererseits die Folgekosten. Es sei frustrierend, denn die Tiere kämen fast jährlich und pflügten dabei mehrere Wiesen auf seinem Betrieb regelrecht um.

Idee 1: Schonfrist aufheben

Der Bauernverband Aargau weiss um die Schäden und rechnet mit einer sehr hohen Summe: «Die bisherigen Schäden im 2018 sind bereits jetzt grösser als die gesamten Schäden im Jahr 2017», erklärt der Geschäftsführer des Verbandes, Ralf Bucher.

Als Lösung könnte er sich einerseits eine Aufhebung der Schonfrist vorstellen. Der CVP-Grossrat erhofft sich andererseit aber auch Hilfe vom Aargauer Parlament. Er hat zusammen mit SVP-Grossrat Hansjörg Erne eine Interpellation eingegeben.

Legende: Video Wildschwein-Schäden abspielen. Laufzeit 2:30 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.05.2018.

Idee 2: Mit Drohnen Wildschweine aufspüren

Darin bittet er den Regierungsrat um Antwort auf die Frage, ob die Jäger bei der Jagd Drohnen einsetzen könnten. «Mit diesen Geräten können Jäger die Wildschweine eruieren, sie finden und sehen, wie sie sich bewegen.» Damit sei ein Abschuss auch leichter, findet Bucher.

Beim Verein Jagd Schweiz mit Geschäftssitz im aargauischen Zofingen ist man grundsätzlich offen. Das heisst es auf Anfrage beim Geschäftsführer David Clavadetscher. «Den Einsatz von technischen Hilfsmitteln auf der Jagd muss man sicher prüfen, insbesondere betreffend Nachtzielhilfen.»

Aargauer Jäger haben Fragezeichen

Deutlich skeptischer ist Clavadetscher beim Einsatz von Drohnen. «Da sehen wir aus jagd-ethischer Sicht Probleme: Man muss auf der Jagd auch mal akzeptieren, wenn man keinen Erfolg hat.» Insbesondere könne er sich nicht vorstellen, dass ein Wildschwein stehen bleibe, wenn eine Drohne über dem Tier kreise.

Neben Bucher und Erne stehen weitere 46 Aargauer Grossräte hinter dem Anliegen, also knapp ein Drittel. Geplant ist, dass der Vorstoss noch vor den Sommerferien ins Parlament kommen soll.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Feuz Thomas (naja)
    Schaut einmal nach Polen, Ungarn, Deutschland usw ... die haben zu lange Kuscheljustiz betreiben durch die warmen Winter und dem Nahrungsangebot kommen 90% der Frischlinge durch und dass heisst der Frühjahresbestand im Herbst mal 6. Die Schweinepest wird auch bei uns halt machen, da gibt es nur eine Möglichkeit soviele Wildschweine wie nur möglich zu erlegen! Ich esse die Tiere lieber anstatt als Sondermüll zu entsorgen.
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  • Kommentar von Remo Häuselmann (justanopinion)
    Nun leben halt mal die Wildschweine und der Mensch im selben Gebiet. Da muss ein Ausgleich gefunden werden. Die Situation, wie sie sich momentan präsentiert, geht zu Lasten der Menschen. Nun soll ein Gleichgewicht geschaffen werden. Da bin ich zwar dafür. Jedoch nicht so, wie vorgeschlagen mit Jagen und Töten. Es muss doch noch weitere Möglichkeiten geben, die Anzahl der Wildschweine (sus scrofa) zu reduzieren. Töten geht für mich gar nicht.
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  • Kommentar von Hans Peter Dietrich (Hans Peter)
    Frau Casagrande, Herr Christen? Sie scheinen offensichtlich nicht zu den Geschädigten zu gehören sonst würden sie ganz anders kommentieren. Was schlagen sie vor die Menschen zum Abschuss freizugeben damit sich die Population der Wildschweine frei entfalten kann?
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    1. Antwort von Benito Boari (Antoine)
      Ein überbevölkerter Planet der Tiere weiter ins Abseits drängt.
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