Bergschule Brunnersberg ist zu – Die Wut ist geblieben

Die einzige Bergschule im Kanton Solothurn musste im vergangenen Sommer schliessen. Seither müssen die neun Kinder vom Brunnersberg ins Tal zur Schule. Das funktioniert gut. Für die Kinder ist es weniger schlimm als für die Eltern.

Leeres Schulzimmer mit Stühlen auf den Pulten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Sommer hat der Bergschule letztes Stündlein geschlagen (Symbolbild) Keystone

Die Wut bleibt. Die Wut darüber, was alles passiert ist, und dass die Bergschule auf dem Brunnersberg letztendlich hat schliessen müssen. Eigentlich möchte Corinne Büttler deshalb gar nicht darüber reden, wie es jetzt läuft.

«Das können viele nicht einfach so schlucken und hinnehmen», fasst die Mutter von zwei Mädchen (6 und 8) die Stimmung bei den Bergfamilien zusammen. Die Diskussionen und der Entscheid zur Schule sind noch nicht verdaut.

«Die Kinder sind glücklich»

Corinne Büttler ist nicht nur Mutter, sie ist auch die Fahrerin des Schulbusses, welcher seit August die neun Kinder vom Brunnersberg ins Tal hinunter zur Schule fährt. Sie teilt sich die Aufgabe mit ihrem Mann. Auch er bringt die Kinder nach Laupersdorf hinunter.

Den Kindern gefalle es in der neuen Schule, sie seien gut aufgenommen worden und bestens integriert, sagt Corinne Büttler. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Laupersdorf klappe sehr gut, die Behörden gäben sich grosse Mühe.

Der Schulweg ist viel länger

Doch da ist eben auch der lange Schulweg. «In der Woche sind das nahezu zehn Stunden, welche sie im Schulbus oder beim Warten verbringen», erzählt die Mutter, welche ihre Mädchen nun frühmorgens um kurz nach sechs Uhr aus den Federn holen muss.

Warten müssen die Kinder am Morgen in Laupersdorf, weil der Schulbus nur einmal fährt, aber nicht alle zur gleichen Zeit Schule haben. Die Kinder sind in dieser Zeit betreut, wie auch am Mittagstisch, welcher für die Bergkinder eingerichtet worden ist.

Und das Fahren mit dem Schulbus? Bislang hat Chauffeuse Corinne Büttler kein Problem damit: «Bis jetzt hatten wir den grossen Schnee ja noch nicht. Das wird dann noch einmal eine Herausforderung mit der steilen Strasse ins Tal».