Solothurner Filmtage Besucher kritisieren das neue Ticketing

Eigentlich hätte das neue System vieles vereinfachen sollen. So jedenfalls haben es die Verantwortlichen im Vorfeld der Filmtage versprochen. Nun zeigt sich: Viele Besucherinnen und Besucher sind unzufrieden. Filmtagedirektorin Seraina Rohrer verspricht, aus den Erfahrungen Lehrern zu ziehen.

Die Absicht der Verantwortlichen der Solothurner Filmtage war gut. Lange anstehen, und im schlimmsten Fall doch kein Ticket mehr erhalten: Das sollte nicht mehr vorkommen, so die Idee (siehe Artikel «Endlich Solothurner Filmtage ohne Schlangestehen?»).

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Das neue Ticketing

Neu gibt es für alle Vorstellungen Eintrittskarten im Vorverkauf. Wer eine Tages- oder Wochenkarte besitzt muss ebenfalls vorgängig eine Reservation machen für «seine» Vorstellungen. Dies ist immer einen Tag vor dem Filmtermin möglich. Reservieren kann man im Internet, auf der Filmtage-App und beim Ticketschalter auf dem Klosterplatz.

Zur Halbzeit der Solothurner Filmtage 2017 zeigt sich aber: Viele Filmtagebesucher sind unzufrieden. Die lange Schlange bildet sich jetzt einfach vor dem zentralen «Ticketdesk» und das Online-Reservierungssystem funktioniert nicht immer zuverlässig.

In der Kälte stehen...

Das SRF Regionaljournal hat vor dem «Ticketdesk» auf dem Klosterplatz eine kleine Unfrage gemacht. Schnell wird klar: Viele Filmtage-Besucher sind unzufrieden mit dem neuen Ticketing-System: «Das können sie gleich wieder abschaffen», sagt ein in der Kälte frierender Mann.

«  Es ist eine Katastrophe! »

Besucher Solothurner Filmtage
auf dem Klosterplatz in Solothurn

Früher sei es viel einfacher gewesen, ergänzt eine Filmtagebesucherin. Sie findet das Reservationssystem unnötig. Ein Platzproblem habe es sowieso nur bei den Abendvorstellungen gegeben, tagsüber habe man fast in allen Vorstellungen noch Platz gefunden, sagt sie.

Kritik am neuen Ticketing-System wird auch auf Twitter geäussert.

Das Online-Reservations-System sei viel zu kompliziert und funktioniere nicht immer zuverlässig, kann man lesen. «Bei mir geht leider das iphone app nicht», schreibt etwa ein User. Die Verantwortlichen der Filmtage probieren zu helfen. Gerade für Weitangereiste dürften manche Tipps aber nicht sehr praktikabel sein.

... und den Film dann doch verpassen

Ein Filmtagebesucher kritisiert zudem, dass man es kaum mehr in die 9:30 Uhr Vorstellungen schaffe, wenn man bereits um 9:00 Uhr so lange am «Ticketdesk» anstehen müsse. Der «Ticketdesk», der notabene in der klirrenden Kälte steht.

«  Wir hatten Anlaufschwierigkeiten. »

Seraina Rohrer
Direktorin Solothurner Filmtage

Es habe am Anfang Probleme gegeben mit dem neuen Ticketing, gibt Seraina Rohrer im Interview mit dem Regionaljournal zu. Am Donnerstag sei das System für eine halbe Stunde ganz ausgefallen, am Freitag sei es teilweise noch überlastet gewesen, sagt sie.

Seit Freitag funktioniert das neue Ticketing aber, sagt Sereina Rohrer. Sie stellt fest, dass es seitens der Besucherinnen und Besucher auch eine gewisse Angewöhnungsphase brauche. Für die App ist unterdessen ein Update erschienen.

«  Wir werden das nach den Filmtagen ganz kritisch anschauen. »

Seraina Rohrer
Direktorin Solothurner Filmtage

Ein «Übungsabbruch» während der Filmtage sei ausgeschlossen, sagt Seraina Rohrer. Zu komplex ist die Organisation. Nach den Filmtagen werde man aber die Erfahrungen mit dem neuen Ticketing auswerten, betont sie. Man wolle aus den Erfahrungen lernen. Eine Rückkehr zum alten System hält sie aber für nicht sehr wahrscheinlich.