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Legende: Audio Wolfsschützer sieht keine Gefahr für den Menschen durch den Wolf abspielen. Laufzeit 09:24 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 07.02.2019.
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Biberister Hirte schützt Wolf «In der Natur gibt es keine bösen Tiere»

Laut Experten leben zur Zeit etwa 50 Wölfe in der Schweiz. Jetzt, da es kalt ist, wagt sich der Wolf eher aus seinem Jagdgebiet heraus und kommt in die Nähe des Menschen. Aktuell sorgt eine Wolfssichtung in St. Gallen für Schlagzeilen. Grund zur Sorge gebe es deswegen aber nicht, sagt der Solothurner David Gerke, Präsident der Gruppe Wolf Schweiz.

David Gerke

David Gerke

Präsident Gruppe Wolf Schweiz

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David Gerke ist 33 Jahre alt und wohnt in Biberist (SO) . Er ist Hirte und Jäger – und setzt sich als Präsident der «Gruppe Wolf Schweiz» für den Schutz des Wolfes ein. Aktuell ist es in der Schweiz verboten den Wolf zu jagen, es gibt aber Bestrebungen dieses Verbot zu lockern. Dagegen wehrt sich Gerke, er will dem Wolf eine politische Stimme geben.

SRF: Sie sind Jäger, Hirte und Wolfsschützer in einem. Ist das nicht widersprüchlich?

David Gerke: Ich denke nicht, dass dies ein Widerspruch ist. Als Jäger sehe ich den Wolf nicht als Konkurrenten, sondern als Jagd-Kameraden. Als Hirte bin ich der Meinung, dass es Lösungen gibt, um seine Herde zu schützen. Man kann mit dem Wolf zusammenleben.

Was fasziniert Sie am Wolf?

Grundsätzlich ist der Wolf für mich ein normales einheimisches Wildtier. Ich halte den Wolf nicht für wichtiger als etwa ein Reh, einen Spatzen oder eine Bachforelle. Aber der Wolf wird bekämpft, gehasst, teilweise auch verklärt. Dieser extreme Umgang mit dem Wolf macht dieses Tier für mich besonders faszinierend. Ich möchte mich für den Wolf einsetzen, weil ich überzeugt bin, dass es in der Natur keine bösen oder schlechten Tiere gibt. Es gibt Wildtiere, und auch sie haben ihre Daseinsberechtigung.

Sie sind ein entschiedener Gegner der Wolfsjagd. Gibt es für Sie eine Grenze bei der Sie sagen: Wenn diese überschritten wird, ist es legitim, den Wolf zu schiessen?

Diese Grenze gibt es. Allerdings geht es dabei nicht um die Anzahl, sondern um die Qualität – also um das Verhalten. Sollte es einem einzelnen Wolf wiederholt gelingen, Herdenschutzzäune zu überwinden, Wachhunde auszutricksen oder wenn ein Wolf die Scheu vor dem Menschen verliert, dann sollte man diesen Wolf abschiessen. Das wäre dann aber keine reguläre Bejagung nach Anzahl, sondern eine gezielte Jagd auf einen einzelnen Wolf. Die allermeisten Wölfe respektieren aber die Herdenschutzmassnahmen sehr gut.

Das Gespräch führte Ralph Heiniger.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von birgit kündig  (birgit kündig)
    Herr Gerke ist Jäger und wenn er nichts schiesst verhungert er trotzdem nicht. Er ist Hirte und wenn er Schaden hat....seinen Lohn bekommt er auf jeden Fall.Er ist jedoch nicht Bauer, der unschützbare Weiden und Alpen nicht mehr nutzen kann.
    Er ist auch nicht Schafhalter, der am Schluss auf Kosten von Herdenschutz, Tierarzt, ausserordentlichem Aufstallen, Suchaktionen und verschollenen Tieren sitzenbleibt.

    Herr Gerke hat gut reden..
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist nicht richtig. Es ist immer noch die fehlende Verhältnismässigkeit, die in Bezug auf Verluste bei Schafhaltern, insbesondere in der Sömmerung im Raum steht. Weniger als 10% der Verluste gehen auf das Konto des Wolfs, dazu noch sind die Herdenschutzmassnahmen weit unter dem was machbar wäre. Über die Gründe für die andern 90% Verluste wird nicht diskutiert. Das nervt.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Man muss anfügen, dass "die allermeisten Wölfe" von Extremisten gezüchtete Hybriden sind und ausgesetzt wurden. Das zeigen mittlerweile die genetischen Proben bestens. Genau das ist letzendlich das Gefährliche an der Sache. Nichts dagegen, wenn der eine oder andere Wolf aus dem Piemont in die Schweiz einwandert. Da Weibchen eigentlich nicht wandern, fragt man sich schon, wie auf einmal soviele Tiere in der Schweiz sein können.
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    1. Antwort von SRF (SRF)
      Die Behauptung, dass «die allermeisten Wölfe» Hybriden aus Wolf und Hund seien, ist nachweislich falsch. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Universität Lausanne.
      https://www.laliberte.ch/news-agence/detail/tres-peu-d-hybridation-entre-loups-et-chiens-dans-les-alpes-suisses/471432
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @SRF: Nun da gibt es andere Studien. Werde mich diesbezüglich melden. Hinzu kommt der Umstand, dass auch der "Bezug" zu den italienischen Wölfen nicht immer vorhanden ist. Ich persönlich habe übrigens nichts gegen die Wölfe. Durfte das Projekt im Yellowstone besuchen und das ist schon eindrücklich. Nur herrschen in der Schweiz etwas andere Verhältnisse, bis hin zum Umstand, dass der Schweizer mit Wildtieren nicht umgehen kann. Fängt beim Küdersack auf der Strasse an.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist sehr einfach zu beantworten Hr. Ducrey. Die Fachstelle Kora in der Schweiz dokumentiert seit Jahren minutiös die Funde und die Verifizierungen von Spuren und hat so eine genaue Tafel der Wölfe, die in der CH leben. Meist sind es nur einige wenige Exemplare, die noch nicht bestimmt sind. Es gibt sowohl eingewanderte Weibchen und Männchen, und neu zur Hauptsache in der CH wild geborene Tiere. Ausgesetzte Tiere gibt es nicht, wie SRF korrekt anmerkt. Aktuell 50 ist eine eher hohe Schätzung
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