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Bike-Strecke Weissenstein Kanalisierung oder noch mehr Wildwuchs?

Eine Bikerin im Wald
Legende: Keystone

Die Ausgangslage: Seit 2002 gibt es auf dem Weissenstein offiziell eine Bikestrecke. Doch diese ist veraltet, wird nicht mehr unterhalten und ist in einem schlechten Zustand. Die Seilbahn Weissenstein AG, welche die Konzession für eine Bikestrecke schon vor Jahren übernommen hatte, möchte nun eine neue Strecke auf dem Weissenstein bauen. Zum Ausgleich sind sogenannte Wildruhezonen vorgesehen, in welche Biker und - je nachdem - auch Wanderer keinen Zutritt mehr haben sollen. Die Pläne für die Strecke liegen seit einem Monat öffentlich auf. Am Mittwoch ist der letzte Tag des Mitwirkungsverfahrens.

Das sagen die Biker: Mit einer modernen, attraktiven Strecke würden sich die Biker kanalisieren lassen, sagt der passionierte Solothurner Velofahrer Reto Burki. So könnte man dem aktuellen Wildwuchs, wo sich Wanderer, Biker, Jäger, Tiere gegenseitig in die Quere kommen, Einhalt gebieten. «Man kann nicht eine Gondelbahn mit speziellen Haken für Bikes auf einem Berg bauen, und dann den Bikern keine Strecke anbieten», findet Reto Burki.

Das sagen die Jäger: Die bestehende Bikestrecke reicht völlig, findet hingegen der Präsident der Jagdgesellschaft Weissenstein, Markus Blaser. Mit einer neuen Bikestrecke würden nur noch mehr Biker auf den Weissenstein kommen, welche sich dann doch wieder ihre eigenen Routen suchen würden, um möglichst schnell den Berg hinunterzukommen. Die geplanten Wildruhezonen sind aus Sicht des Wildhüters eine Alibiübung. «Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir unsere Natur auf dem Weissenstein wirklich kaputt machen wollen», so Markus Blaser.

Das sagt das Amt für Raumplanung: Laut Stephan Schader, Leiter des kantonalen Amts für Raumplanung, nahm der Kanton Solothurn im Laufe des Mitwirkungsverfahrens zu der Bike-Strecke 22 Eingaben entgegen. Eine Tendenz Pro oder Kontra Bike-Strecke liesse sich daraus aber nicht eindeutig ablesen, so Schader. «In der Gesamtheit der Eingabe ist es in etwa unentschieden. Die Eingaben sind zum Teil sehr differenziert.»

So geht es weiter: Jetzt fliessen die Ergebnisse der Mitwirkung in die Planung ein. Der Zeitplan sieht vor dass die Streckenpläne im Januar öffentlich aufgelegt wird, frühestens im April könnte dann der Regierungsrat entscheiden. Die Seilbahn Weissenstein AG wollte sich gestern noch nicht zur Mitwirkung äussern, hatte aber angekündigt, allenfalls auf die Strecke zu verzichten, sollte der Widerstand zu gross sein.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Ilse König (königin)
    Aha. Die Jäger melden sich zu Wort. Die Natur leidet mehr darunter, dass sich die Herren Jäger fast immer mit dem Auto durch den Wald bewegen. Eine billige Ausrede Herr Blaser.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Entweder will man Touristen und Freizeitler auf und um den Weissenstein, oder aber dann bitte gleich die Bahn wieder Abbauen. Biker können mit eigener Kraft hochradeln und Wanderer ebenfalls selber hochlaufen. Wildruhezonen braucht es nicht, es gibt ja eh zuviel Wild, die Abschussvorgaben können nicht erfüllt werden. Den 5Liber am Parkplatz nimmt man dem Besucher gerne ab, aber dafür etwas bereitstellen - nein! Es ist alles so kurz gedacht.
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