Blockade bei Spar in Baden-Dättwil zu Ende

Die Streikenden beim Spar-Tankstellenshop in Baden-Dättwil haben ihre Blockade am Donnerstagnachmittag aufgehoben. Sie wollen am Hauptsitz von Spar in St. Gallen weiter streiken und schalten das kantonale Schiedsgericht ein.

Uniamitarbeiter rollt eine Fahne ein, während er vor einem Spruchband entlang läuft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Mitarbeiter der Unia räumt am Donnerstagnachmittag Fahnen und Spruchbänder weg. Die Blockade ist zu Ende. SRF

Die streikenden Angestellten des Spar-Tankstellenshops in Baden-Dättwil haben ihre Blockade am Mittwochnachmittag aufgehoben. Dies sagten die Verantwortlichen vor Ort, gegenüber Radio SRF. «Der Laden geht wieder auf, die Blockade ist zu Ende», erklärt Snezana Maksimovic, die stellvertretende Shop-Leiterin. Auch die Gewerkschaft Unia will in Baden-Dättwil nicht weiterstreiken. Der Protest soll nun aber in St. Gallen, am Hauptsitz von Spar weitergehen. «Wenn die Spar-Verantwortlichen nicht zu uns kommen, gehen wir halt zu ihnen», so Maksimovic.

Die Streikenden haben sich damit an die vom Badener Gerichtspräsidium verfügte Frist gehalten. Dieses hatte am Mittwochvormittag mitgeteilt, dass die Polizei die Blockade räumen werde, wenn sie um 16 Uhr nicht zu Ende sei. «Wir haben die Blockade beendet, damit die Polizei nicht eingreifen muss. Sie hat ja mit dieser Sache nichts zu tun», informierte Kurt Emmenegger, Regionalleiter der Unia Aargau.

Emmenegger im Interview mit SRF, mit Brille und grauem Hemd. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Aargauer Unia-Regionalleiter Kurt Emmenegger will weiterkämpfen für die Sparmitarbeiter von Baden-Dättwil. SRF

Elf Tage Streik

Elf Tage lang hatten die Streikenden den Spar-Tankstellenshop blockiert, zusammen mit der Gewerkschaft Unia. In dieser Zeit hatte Spar versucht, mit anderen Mitarbeitern in den Laden zu gelangen und den Shop wieder zu betreiben. Die Streikenden verhinderten dies.

Am 12. Juni hatten Gespräche zwischen Unia und Spar stattgefunden, ohne Erfolg. «Wir haben dort aber mehrere Differenzen beilegen können, nur haben wir das nicht schwarz auf weiss», erklärt Emmenegger. Nun gelte es, diese Forderungen in einem Vertrag festzusetzen. Dafür kämpfen die Mitarbeiter und die Gewerkschaft nun in St. Gallen. Schliesslich haben die Mitarbeiter allesamt die Kündigung bekommen. Das wolle man nun rückgängig machen, meint der Unia-Regionalleiter.

Die Streikenden und die Unia würden weiterkämpfen, auch wenn man bis jetzt eigentlich nichts erreicht habe. Hinzu kommt, dass gegen mehrere involvierte Personen Strafanzeigen eingereicht worden sind. Hat die Unia in diesem Fall zu hoch gepockert? «Nein, aber damit muss man rechnen in so einem Streik, je nach dem wie die Gegenseite reagiert. In diesem Fall ist der Staatsapparat eingeschaltet worden. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend.»

Am Freitag teilte die Unia mit, dass sie das kantonale Schiedsgericht eingeschaltet habe, welches Spar zu EInigungsverhandlungen zwingen könne. Zudem bereite man Klagen gegen Spar vor. Unter anderem wegen angeblich missbräuchlichen Kündigungen.

(alab, matb; meb)