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Legende: Audio Ein Einblick in die Bodenstation des Nano-Satelliten in Windisch abspielen. Laufzeit 04:01 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 20.08.2019.
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Bodenstation in Windisch Satellit «Spooqy» wird aus dem Aargau gesteuert

Alle 90 Minuten fliegt der Satellit «Spooqy» über die Aargauer Gemeinde Windisch. So lange braucht er, um einmal die Erde zu umrunden. «Spooqys» Auftrag ist, die digitale Verschlüsselung weiter zu entwickeln. Die Bodenstation des Nano-Satelliten befindet sich in der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Hier wird zur sogenannten Quantenkryptographie geforscht.

Christoph Wildfeuer, Professor für Sensortechnik, betreut das Satellitenprojekt in Zusammenarbeit mit einem Forschungsteam aus Singapur. Er sitzt im kleinen Kontrollraum und überwacht auf mehreren Bildschirmen die aktuellsten Daten des Satelliten.

Computerstation für Satellitenforschung
Legende: SRF

Der Nano-Satellit «Spooqy» ist so gross wie eine Schuhschachtel, rund 2.5 Kilogramm schwer und fliegt auf einer Höhe von 400 Kilometern um die Erde. Im Juni 2019 wurde er mit einer japanischen Rakete ins All befördert und ist anschliessend von der Internationalen Raumstation ausgesetzt worden.

Nanosatellit im All mit SIcht auf Erde
Legende: ZVG

Die Signale, welche der Nano-Satellit seither aussendet, werden über eine drei Meter hohe Antenne auf einem Dach der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch in den Kontrollraum weitergeleitet.

Antenne auf dem Dach der Fachhochschule Nordwestschweiz
Legende: SRF

Nach einem Jahr wird die Antenne allerdings den Kontakt zu «Spooqy» verlieren. Weil es auch im All einen geringen Luftwiderstand gibt, wird der Satellit langsam gebremst und kommt von seiner Umlaufbahn ab. «Er verglüht schliesslich in der Atmosphäre und hinterlässt so auch keinen Weltraumschrott», sagt der Professor für Sensortechnik, Christoph Wildfeuer.

Nanosatellit «Spooqy»
Legende: ZVG

Vorerst macht «Spooqy» Experimente zur Quantenkryptographie. Ein Forschungszweig, der eine neue Art der digitalen Verschlüsselung erforscht. «Man geht davon aus, dass der Markt der Quantenkryptographie in den nächsten Jahren zu einem Milliarden-Geschäft heranwächst», so Wildfeuer.

Sobald die Quantencomputer, eine neue Generation von Computern, aufkämen, seien unsere heutigen digitalen Verschlüsselungssysteme nicht mehr genügend sicher für sensitive Daten wie Kontozugänge, erklärt der Professor. «Es ist bereits bewiesen, dass die heutigen Verschlüsselungssysteme gegen Attacken von Quantencomputern nicht mehr sicher sein werden.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von B Näf  (uluru)
    Hallo srf: alles sehr spannend. was aber leider fehlt ist: wieso muss diese Forschung im All betrieben werden? Können Sie das nachliefern?
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    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Dafür gibt es Forschungs-Gelder, wenn's im All stattfindet. Also muss man halt dahin um die Forschungsgelder zu bekommen.
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    2. Antwort von SRF Regionaljournal (SRF)
      @B Näf
      Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
      Die Verschlüsselung soll später über grosse Distanzen funktionieren. Deshalb kommt bereits jetzt ein Satellit zur Anwendung. Da unter anderem die Dämpfung in der Luft sehr gering ist, kann ein Satellit die Experimente zur neuen Verschlüsselungsmethode über grosse Distanzen durchführen. Tatsächlich werden auch Experimente mit einem Glasfasernetz durchgeführt, dort können aber nur Distanzen von rund 100 Kilometern überwunden werden. Danach muss die Übertragung künstlich verstärkt werden, wobei die Verschlüsselung zwischen Sender und Empfänger gestört wird.
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