Baubewilligung erteilt Bundesasylzentrum erhält grünes Licht aus Flumenthal

Trotz vieler Einsprachen erteilt die kommunale Baukommission die Bewilligung. Die Gegner kommen vor allem aus Deitingen.

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Debatte im Kanton

Schwarzafrikaner steht an einem Fenster

Keystone

Das geplante Ausreisezentrum beschäftigt auch die kantonale Politik. Ein FDP-Kantonsrat verlangt Auskunft von der Regierung zur Frage, welche Folgen das Bundeszentrum für kantonale Behörden hat. SRF berichtete zuvor, der Kanton Aargau befürchte zum Beispiel hohe Kosten für mögliche Ausschaffungseinsätze der Kantonspolizei.

Rund 250 Asylsuchende sollen künftig in einem Bundeszentrum in Flumenthal untergebracht werden. Der Bund plant ein Ausreisezentrum. Es geht also um eine Unterkunft für Menschen, welche die Schweiz nach einem negativen Asylentscheid verlassen müssen.

Das geplante Zentrum ist umstritten. Rund 50 Einsprachen sind gegen das Bauprojekt deshalb eingegangen. Diesen Einsprachen zum Trotz hat die Baukommission von Flumenthal nun grünes Licht gegeben für den Bau. Kommissionspräsident Felix Steiner bestätigt eine entsprechende Meldung von Radio 32 gegenüber SRF.

Die Kommission sei nicht auf die Einsprachen eingetreten. Diese kommen zumeist aus der Gemeinde Deitingen. Die meisten Einsprecher seien gar nicht einsprachberechtigt, so die Begründung der Kommission. Sie hat den Bau unter Auflagen bewilligt. Die Auflagen betreffen allerdings «Nebenschauplätze», wie der Kommissionspräsident schreibt.

Widerstand bleibt

Die Verfügung ist noch nicht rechtskräftig. Innert 10 Tagen kann beim kantonalen Bau- und Justizdepartement Beschwerde erhoben werden. Wahrscheinlich wird dieser Fall auch eintreffen, denn das Komitee «Sicherheit für Deitingen» kündigt bereits an, dass es den Entscheid aus Flumenthal nicht akzeptieren will.

«Wir sind sehr überrascht und auch entrüstet. Von einem guten Nachbarn würde man zumindest erwarten, dass er auf gewisse Punkte eingeht und nicht einfach alles pauschal ablehnt», sagt Komitee-Mitglied Martin Flury gegenüber SRF. Das Komitee sei bereits im Gespräch mit der Gemeinde Deitingen, die sich ebenfalls gegen das Bundesasylzentrum gewehrt hatte.

3-stöckiges Gebäude aus Container-Elementen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das «Gebäude» existiert bereits: Diese Container stehen aktuell bei der Rehaklinik Bellikon als Provisorium. Sie werden nach Flumenthal gezügelt. Stefan Ulrich/SRF