Bundesgericht kritisiert Aargauer Obergericht

Ein Asylbewerber hätte im Kanton Aargau nicht acht Wochen in Sicherheitshaft sitzen dürfen. Zu diesem Schluss kommt das Bundesgericht. Es kritisiert damit die Aargauer Justiz, welche den Mann bis zum Gerichtsverfahren in Haft setzte. Der Sudanese stand wegen versuchter Vergewaltigung vor Gericht.

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Bildlegende: Ein Asylbewerber sass im Aargau widerrechtlich in Sicherheitshaft, finden die Richter in Lausanne. Keystone

Das Bundesgericht hat die Aargauer Justiz im Fall eines Asylbewerbers kritisiert, der vom Bezirksgericht Laufenburg wegen versuchter Vergewaltigung zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Der Mann sass acht Wochen widerrechtlich in Sicherheitshaft.

Der laut Anklageschrift 19-jährige Mann aus dem Sudan ist seit dem 29. Juni auf freiem Fuss. Einen Tag zuvor hatte das Bezirksgericht Laufenburg gegen den Asylsuchenden eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten wegen versuchter Vergewaltigung ausgesprochen.

Gemäss Urteil hatte er am 22. Januar in der kantonalen Asylunterkunft in Laufenburg versucht, eine 37-jährige Betreuerin sexuell zu missbrauchen. Der Staatsanwalt hatte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert. Das Asylgesuch des jungen Sudanesen ist abgelehnt worden. Er erhielt einen Wegweisungsentscheid.

Gegen Schweizer Recht verstossen

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Das Bundesgericht musste sich mit einem Nebenaspekt des Falls beschäftigen: Es ging um die Frage, ob die von den Aargauer Gerichten angeordnete Untersuchungs- beziehungsweise Sicherheitshaft gegen den Mann korrekt gewesen war.

Der Anwalt des Mannes wehrte sich mit einer Beschwerde gegen die vom Obergericht bestätigte Sicherheitshaft. Die Lausanner Richter gaben dem Verteidiger Recht. Das Bundesgericht bemängelte, dass die Strafverfolgungsbehörden zwischen Haft und Ersatzmassnahme (Unterbringung in Asylunterkunft) hin und her gewechselt hätten.

Der Entscheid des Obergerichts verstösst gemäss Bundesgericht gegen Bundesrecht. Die Beschwerde sei begründet. Die Sicherheitshaft von acht Wochen sei rechtswidrig gewesen.