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Das Interview mit Kantonschemiker Martin Kohler.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 29.01.2020.
abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
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Chlorothalonil im Trinkwasser «Es gibt keine schnellen Lösungen mehr»

Der Kanton Solothurn schlägt Alarm: das Trinkwasser der meisten Solothurnerinnnen und Solothurner ist mit Abbauprodukten des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil belastet. Die gemesssenen Werte liegen an vielen Orten über den Grenzwerten.

Im Interview mit SRF erklärt der Solothurner Kantonschemiker Martin Kohler was dies nun bedeutet und was er sich für Lösungen vorstellen könnte.

SRF News: Zwei Drittel der Solothurner haben Trinkwasser, das nicht den Vorschriften entspricht. Trotzdem heisst es, dass man auch dieses Wasser bedenkenlos trinken kann. Wie passt das zusammen?

Martin Kohler: Was Sie sagen, ist richtig. Neu an der Situation ist der Umfang und die Möglichkeiten für die Wasserversorger, die nun eingeschränkt wurden.

Wir trinken also das gleiche Wasser wie vor drei Jahren, aber die Vorschriften wurden strikter.

Wir trinken das Wasser sogar länger als drei, vier Jahre. Chlorothalonil wurde in den 70er Jahren eingeführt, seit dann sind die Stoffe im Wasser vorhanden. In den 70er Jahren gab es viel weniger strikte Vorschriften was die Zulassung von Pestiziden anging. Man sieht das auch daran, dass zwischen 2005 und 2018 146 Pestizide vom Markt genommen wurden. Chlorothalonil ist also nur ein solches Beispiel, das nun vom Bund auch verboten wurde.

Es braucht Wasseraufbereitungsanlagen.
Autor: Martin KohlerKantonschemiker SO

Im letzten Jahr hiess es die betroffenen Wasserversorger könnten ihr belastetes Wasser einfach mit sauberem Wasser mischen. Das geht jetzt wegen den strengeren Vorschriften nicht mehr?

Es gibt keine schnelle Lösung mehr. Gefragt ist nun regionale und überregionale Zusammenarbeit. Die Wasserversorgungen in den Randzonen können das Wasser noch verdünnen. Es gibt aber andere Versorgungen, die mitten in der belasteten Zone drin sind. Da wird es wahrscheinlich nur funktionieren, wenn man das Wasser aufbereiten kann, mit Wasseraufbereitungsanlagen. Da spricht man von einem Zeitraum, der sehr viel länger ist als bisher angenommen.

Karte
Legende: Am Rand der eingefärbten Gebiete kann das Mischen von Wasser die Situation entschärfen. Sonst braucht es andere Ansätze. zvg / Kanton Solothurn

Wie wahrscheinlich ist es, dass in den nächsten Jahren immer mehr Stoffe im Trinkwasser als giftig eingestuft werden?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Seit 2005 wurden 146 Pestizide verboten. Das Bundesamt für Landwirtschaft evaluiert viele Stoffe jetzt neu, das ist sehr viel Arbeit. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man weitere Substanzen findet. Darum sind Investitionen der Wasserversorgungen heute nachhaltig und wichtig für die Zukunft.

Das Gespräch führte Marco Jaggi.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Flühmann  (CHFL)
    Braucht es wirklich Wasseraufbereitungsanlagen? Wie war das nun schon wegen Ursache und Wirkung? In einem aufbereiteten Trinkwasser fehlen gleich auch alle wertvollen natürlichen Spurenelemente - Resultat ist ein "totes" ungeniessbares Industrieprodukt (Destillat). Dann lieber gleich die Wasserversorger aus der Pflicht zur Lieferung eines Lebensmittel entlassen; Kunden sollen Flaschenwasser kaufen....
    Was es braucht, ist ein radikales Umdenken Aller; Behörden, Produzierende, KonsumentInnen!
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Es existieren keine fundierte Resultate dass Glyphosat oder Chlorothalonil Krebs ausgelöst hat
    Dass von den sbgefouchten Arbeiter missgebildete Kinder
    gezeugt wurden ist bewiesen aber das Produkt wurde fahrlässig verbrecherisch eingesetzt
    Zusätzlich ein Kesseltreiben gehen
    Monsanto weil Kleinbauern in
    Südamerika immer Neues Saatgut nein Monsanto kaufen mussten den Esel meint man, den Sack schlägt man
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Geehrte Frau Kunz
    würden sie bitte ihren Kommentar so absetzen dass auch
    einfache Leser verstehen was sie sagen wollen
    Herr Nanni hat klar und einfach geschrieben, dass die ganze Angstmacherei i.S
    Krebs verursachen auf reinen VERMUTUNGEN basiert. Genau wie beim Glyphosate Monsanto hat gentech verändertes Mais und Sonja die F1 nachkommen sind nicht mehr fertil Glyphosat resistent mit Flugzeug ausgebracht und Arbeiter abgeduscht
    Verbrechen ja alles geht gegen die nicht mehr keimfähigen Samen
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