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Der Mann mit dem 2-Meter-Blick: Daniel Morel leitet die Corona-Kontrollen im Kanton Solothurn
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 14.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
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Corona-Kontrolleure «Es gab Betriebe, die praktisch gar nichts umgesetzt hatten»

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das alte Sprichwort gilt natürlich auch bei den Corona-Regeln. Seit Ende April haben im Kanton Solothurn acht Kontroll-Teams rund 240 verschiedene Läden, Restaurants und Coiffeur-Salons überprüft.

Fazit: Die meisten kontrollierten Geschäfte halten sich an die Vorgaben. Doch es gebe auch Ausnahmen, sagt Daniel Morel. Er ist als Leiter der Abteilung Arbeitsbedingungen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit für die Kontrollen zuständig.

SRF: Daniel Morel, Sie haben im Rahmen der Corona-Kontrollen sieben Betriebe im Kanton Solothurn geschlossen. Was stimmte dort nicht?

Daniel Morel: Es gab Betriebe, die praktisch gar nichts umgesetzt hatten. Keine Personenbegrenzungen, keine Hygienemassnahmen, die Abstände wurden nicht eingehalten... es wurde also praktisch nichts gemacht. Sechs dieser sieben Betriebe, die geschlossen wurden, haben nachgebessert und konnten mittlerweile wieder öffnen.

Wie kann man sich diese Kontrollen vorstellen? Laufen ihre Leute mit dem Messband durch die Restaurants?

Meine Leute gehen in die Betriebe, weisen sich aus und nehmen vor Ort einen Augenschein. Danach kontrollieren Sie, ob etwa die Abstandsregeln eingehalten werden können, ob es zum Beispiel Hinweistafeln gibt, oder ob genug Desinfektionsmittel vorhanden ist.

Anhand von welchen Kriterien wählen Sie die Betriebe aus, welche Sie kontrollieren?

Wir haben eine klare Strategie, wo wir Kontrollen ansetzen. Wir haben jeden zweiten Tag eine Sitzung, bei der wir einerseits Rückmeldungen über die gemachten Kontrollen erhalten, andererseits verteilen wir neue Kontrollaufträge. Es kann auch sein, dass wir Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen.

Sind die Corona-Kontrollen für Ihre Mitarbeiter nicht eine lästige Pflicht?

Es geht bei unserer Arbeit primär um den Gesundheitsschutz im Kanton, das ist für uns nichts Neues, diese Aufgabe erledigen wir mit Freude und Enthusiasmus. Meine Abteilung führt auch sonst Kontrollen durch, halt einfach in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Schwarzarbeit oder der Sicherheit. Insofern sind die Corona-Kontrollen sicherlich keine lästige Pflicht, sondern einfach eine neue Kontrollaufgabe.

Wie lange werden diese Kontrollen noch durchgeführt?

Die Kontrollen werden sicherlich noch einige Zeit andauern. Dabei kommt es auch darauf an, wie sich die Lage entwickelt. Jetzt schon zu sagen, wie lange es noch dauert, ist schwierig.

Das Gespräch führte Ralph Heiniger.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Maligan Jury  (jury maligan)
    Nach der Erkenntnis, dass viele Fehler und unnütze Vorschriften von Behörden gemacht wurden, sollte jetzt eigentlich der gesunde Menschenverstand wieder einsetzen.
    Kein Wunder, dass dem einen oder anderen der Kragen platzt, wenn diese Fehler nicht beseitigt werden und an Demos teilnimmt.
  • Kommentar von Peter Fischer  (Peter Fischer)
    Bald gibt es noch mehr Kontrollaufgaben:
    Maskenkontrolle, Impfausweiskontrolle, App auf dem Handy usw. Die können wir echt froh sein, dass wir solche Bürokraten haben, welche die Anordnungen von oben ohne selber zu überlegen umsetzen und die gebeutelten zu weiteren Ausgaben zwingen, bis sie Konkurs sind.
    Wenn man Kontrollen macht, dann muss zuerst sichergestellt sein, dass die Anordnungen auch Sinn machen und wissenschaftlich belegt sind. Dies ist leider momentan nicht der Fall.
    1. Antwort von Walter Hasler  (Hoppschwyz)
      Es kann nicht sein, dass die Kontrollbehörde inkl. Polizei die Gesetze und Verordnungen nochmals überprüft! Das würde Willkür und Bestechlichkeit Tür und Tor öffnen.
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Mit einem riesigen Kraftakt wurde verhindert, dass die Schweiz in die gleiche Katastrophe rutscht wie Italien, Spanien, NewYork. Viele Leute opferten viel dafür. Seien es die alten Menschen die ihre Kinder oder Enkel nicht mehr sahen, seien es alle Menschen die sich sozial distanzierten und all die Menschen die in wirtschaftlich schwierige Situation gerieten. Ich empfinde es als Respektlosigkeit all diesen Menschen gegenüber sich heute so rücksichtslos zu verhalten wie im Interview beschrieben.
    1. Antwort von Peter Fischer  (Peter Fischer)
      Nein Herr Schulenburg, das wurde nicht verhindert. Wie kann es denn sein, dass sich ganze Altersheime angesteckt haben? Die Hälfte sind in Altersheimen gestorben, nicht gerade ein Ruhmesblatt. Zur Kompensation haben wir dafür unser Wirtschaft an die Wand gefahren und hauffenweise Neu-Arme geschaffen, abhängig von Allmosen des Staates anstatt für sich selbst zu sorgen.
      Zum Glück haben wir unsere Spitäler noch nicht so heruntergewirtschaftet wie in den genannten Orten.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Herr Fischer, sie vergessen etwas sehr wichtiges. In vielen Altersheimen wurden oder sind schon vorher Patientenverfügungen geschrieben worden. War auch einmal bei der Sendung Puls ein Thema. Viele Bewohner in den Altersheimen haben für sich entschieden, im Altersheim zu sterben. Aber würdevoll sterben. In vielen Altersheimen wurden zum Beispiel der Bestand von starken Schmerzmittel erhöht. Hat nichts mit einem Ruhmesblatt zu tun, sondern mit einem würdevollen Sterben.
    3. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Fischer: Wo sind die 1000e von Toten, alt und jung, die in Kühlwagen wie in NY oder in Fussballstadien wie in Spanien gelagert werden müssen? Wo sind die vielen Pflegepersonen die gestorben sind weil es keine Schutzmittel gibt wie im NewYork? Doch Herr Fischer, wir haben den Gau verhindert. Und gerade wegen all derer die eben doch einen hohen, persönlichen Preis dafür bezahlen, gerade für diese Menschen müssen wir jetz mit grosser Vorsicht weitergehen dass deren Opfer nicht vergebens ist.