Das alte Oltner Stellwerk und sein tristes Dasein

Viele Jahre hat das Stellwerk in Olten den SBB gute Dienste geleistet: Weichen wurden dort gestellt, und Signale von rot auf grün. Mittlerweile hat ein modernes Stellwerk das alte abgelöst. Was geht nun mit dem alten, braunen Haus, das prominent beim Bahnhof steht? Nicht viel, heisst es bei der SBB.

Blick von der anderen Bahnhofseite auf das Gebäude, das im Sonnenlicht statt braun fast schon golden erscheint. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit dem Stellwerk-Neubau sind die Rollläden unten beim alten Stellwerk an der Tannwaldstrasse in Olten. Bähram Alagheband/SRF

Wer Zug fährt, der sieht es andauernd: Das braune Haus, gleich neben dem Bahnhof Olten. Es steht auf Stelzen und sieht aus, als würde es sich über die Strasse lehnen und gemütlich dem Bahnverkehr zusehen, am wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz.

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Das neue Gebäude

Das neue Gebäude

Das neue Stellwerk, die Betriebszentrale Mitte, wurde am Dienstag, 17. November 2015 eingeweiht. Dort arbeiten rund 350 Mitarbeitende. Sie steuern und überwachen alle Züge zwischen Basel, Bern, Brugg und Luzern.

Keine Chance für andere Nutzung

Und das wird wohl auch die Bestimmung des alten Oltner Stellwerks bleiben, bis ans Ende seines Lebens. Denn seit November 2015 ist ein neues, modernes Stellwerk in Betrieb, die «Betriebszentrale Mitte». Und die SBB können das alte Gebäude für nicht viel anderes brauchen. «Eine Drittnutzung ist nicht möglich», erklärt auf Anfrage SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Dafür gibt's zwei Gründe.

Erstens: Die SBB nutzt das alte Stellwerk nach wie vor, und zwar für ein mögliches Notfallszenario. Wenn im neuen Stellwerk etwas nicht funktioniert, kommt das alte wieder zum Zug, erklärt Ginsig. Zweitens: «Die Statik im alten Stellwerk ist nicht dafür gedacht, dass beispielsweise ein Bar dort betrieben werden könnte.»

SBB findet sich mit Situation ab

Genau diese Idee einer Bar findet Ginsig an sich nicht schlecht, «und die SBB würde auch Hand bieten für gute Ideen», fügt er an. In diesem Fall aber gibt es keine andere Möglichkeit. «Das ist schade, lässt sich aber nun mal nicht ändern», sagt der Mediensprecher. Zumindest zu einem kleinen Teil kann die SBB das alte Haus nutzen: Einzelne Räume werden hie und da durch SBB-Mitarbeiter genützt, so Ginsig.