David Sesa bleibt Trainer beim FC Wohlen

Der Freiämter Challenge League-Club hält an Trainer David Sesa fest. Der Verwaltungsrat hat den bis Ende Saison befristeten Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Gleichzeitig gibt der Club bekannt, dass er in der kommenden Saison das Budget der Mannschaft massiv kürzt.

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Bildlegende: David Sesa steht ganz am Anfang seiner Trainerkarriere. Er soll diese noch ein Jahr in Wohlen weiter führen. Keystone

Der Trainer bleibt. Der bisher befristete Vertrag mit David Sesa wurde um ein Jahr verlängert, heisst es in einer Mitteilung der FC Wohlen AG vom Donnerstag. Der Verwaltungsrat habe «grosses Vertrauen in die Arbeit» von Sesa und seinem Assistenten Umberto Romano.

Sesa habe in seinem ersten Jahr als Trainer einer Profimannschaft «mit seiner kommunikativen, offenen Art eine gute Grundlage dafür geschaffen, um den FC Wohlen auch weiterhin auf dem Niveau der Challenge League halten zu können», heisst es weiter.

Finanzielle Not als «zusätzliche Motivation»

Der Verwaltungsrat entkräftet damit Gerüchte einer Zeitung, die von einem möglichen bevorstehenden Trainerwechsel berichtete. Man beurteile die Entwicklung der Mannschaft im Lauf der Saison positiv, heisst es zur Begründung. Jetzt wolle man Kontinuität gewährleisten.

Kontinuität ist aber trotz Trainerentscheid nicht gegeben: Denn der FC Wohlen müsse sein Budget für die kommende Saison «deutlich» kürzen, heisst es in der Mitteilung weiter. Präsident Andraeas Wyder wird auf Nachfrage von Radio SRF konkreter: «Es geht um mehrere 100'000 Franken.»

Dessen sei sich auch der Trainer bewusst. Die schwierigen Umstände seien aber eine «zusätzliche Motivation» für Sesa, heisst es in der Mitteilung. Der FC Wohlen verfügt über ein jährliches Budget von weniger als zwei Millionen Franken für die 1. Mannschaft.

Die Ursachen für die finanziellen Engpässe seien vielfältig, erklärt Präsident Andreas Wyder. Man leide unter mässigem Zuschaueraufmarsch. «Hätten wir die Spiele gegen den FC Aarau nicht, dann wäre unser Zuschauerschnitt noch viel tiefer», sagt Wyder. Zudem habe er sich mehr erhofft von der neuen Zehnerliga: «Es gibt kaum Marketing, kaum Einnahmen durch TV-Rechte. Wir sind schon etwas enttäuscht worden.»

Professionellere Strukturen beim FC Wohlen

Der FC Wohlen steht auch organisatorisch vor einem Umbau. Ab 1. Juni beschäftigt der Verein erstmals einen vollamtlichen Geschäftsführer. «Auch das kostet Geld», betont Andreas Wyder. Mittelfristig könne eine «Firma mit 25 Angestellten» aber nur mit einem professionellen Backoffice betrieben werden. Nur mit dieser Professionalisierung sei mittelfristig ein Bestehen in der Challenge League möglich.

Sportlich setzt Wyder mit reduziertem Budget auf Nachwuchsspieler. «Man muss nicht immer über Löhne sprechen, sondern auch mal über die Plattform, die diese Liga für Nachwuchsspieler bietet.» Natürlich seien aber auch einige gestandene Profis für die Mannschaft ein Muss. «Die Mischung macht's», so Wyder.

Er sieht den FC Wohlen trotz seiner Probleme auch in Zukunft in der Profiliga. «Etwa die Hälfte aller Clubs in der Challenge League hat dieselben Probleme wie wir.» Der FC Wohlen liegt zur Zeit auf dem 9. Tabellenplatz in der Challenge League und damit auf dem letzten Platz vor dem Strich.