«Der Alte» und die «Jungen Wilden»

Vor fünf Jahren noch spielte der STV Baden in der 2. Liga Handball. Inzwischen gehört der Verein zu den Spitzenteams der Nationalliga B. Hinter dem Erfolg steckt der alte Handball-Fuchs Adi Lehner als Sportchef und eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von zarten 24 Jahren.

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Bildlegende: Adi Lehner: Der «alte Handballfuchs» pflegt die «jungen Wilden» beim STV Baden. Jil Lüscher/SRF

Adi Lehner ist ein in der regionalen Handballszene routinierter und NLA-erfahrener Mann (TV Suhr). Als dieser Mann 2009 vom STV Baden Handball angefragt wurde, ob er seine Kompetenzen nicht dem Verein zur Verfügung stellen wolle, war das der Anfang einer Erfolgsstory, die man sich damals bei einem Znacht in einem Zürcher Restaurant, genau so vorgestellt hat.

«  Die Pläne, die wir hegten, sind rückblickend voll aufgegangen »

Adi Lehner
Sportchef STV Baden

«Die Pläne, die wir hegten, sind rückblickend voll aufgegangen», blickt der bald 60-jährige Berufsschullehrer auf diesen magischen Moment zurück.

Konkret lautete seine Vision wie folgt: Das Amt Leiter Aktive übernehmen, mit der 1. Mannschaft hoch von der 2. in die 1. Liga, dann selber das Traineramt übernehmen und in die NLB aufsteigen. Dort eine Saison mit gestandenen Spielern bestreiten und nach einem Jahr dem Kader eine Jungkur verpassen.

«Junge Wilde» als Erfolgsrezept

Gesagt getan: Unter Lehners Federführung wurden auf diese Saison hin junge Spieler verpflichtet, die bei anderen Vereinen nicht (mehr) erste Wahl waren, die aber durchaus das Potenzial haben, in der zweithöchsten Liga konkurrenzfähig zu sein.

«Bei uns können sie zeigen, was sie draufhaben und es macht Spass zu sehen, dass die 'jungen Wilden' ihre Chance packen», freut sich Adi Lehner.

Dass per Ende 2014 mit dem Briten Steven Larsson (34) ein Routinier und Shooter mit internationalem Format von Chenois zu Baden gestossen ist, betrachtet Lehner als Fügung und Glücksfall. Auch wenn der NLB-Torschützenkönig der vergangenen Saison noch nicht wunschgemäss in der Mannschaft angekommen sei – «nur» vier Tore am Samstag beim 22:2.2-Unentschieden gegen Kreuzlingen – werde man noch viel Freude an ihm haben, ist Lehner überzeugt.

Gratiseintritt bei Heimspielen

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Bildlegende: Auch im Osten des Aargaus wird sehr gut Handball gespielt: Das Publikum muss es aber noch merken. Colourbox

Zum vom Adi Lehner massgeblich mitgestalteten Masterplan gehört auch, dass es für die meisten Heimspiele Gratiseintritt gibt. «Wir haben 13 Firmen gefunden, die jeweils das Heimspielpatronat und damit verbunden die Eintrittskosten für alle übernehmen». Das sei natürlich attraktiv für die Zuschauerinnen und Zuschauer, und es entlaste den Verein im administrativen Bereich.

Dort setzt man die Kräfte für eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit ein. Der Homepageauftritt des STV Baden Handball, unter anderem mit Liveticker von allen Spielen, werde sogar vom Schweizerischen Handballverband gelobt, windet Adi Lehner dem dafür verantwortlichen Mann im Verein ein Kränzchen: «Franco Bassani ist Gold Wert für uns!»

Diese Aussage gelte auch für den Trainer Björn Navarin, der letztes Jahr noch zu den Aktivspielern zählte. «Navarin hat klar erkannt, dass unsere Verein für seine Trainerkarriere ein ideales Sprungbrette ist», sagt Lehner. Wie die von Navarin trainierten »jungen Wilden« mache auch er einen hervorragenden Job.

Irgendwann würde Baden das auch merken. Merken, dass in Baden wieder attraktiver Handball zu sehen sei und dann, ja dann würden auch die Medien wieder vermehrt über diese faszinieren Sportart berichten, so die Hoffnungen Lehners.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)