Der tiefe Fall der Müller AG aus Balsthal

«Wir sind einer der führenden Anbieter von automatischen Holzfeuerungs-Systemen in Europa», rühmt sich die Müller AG auf ihrer Internetseite noch immer. Doch das war einmal. Die Vorzeigefirma, die 2012 den Solothurner Unternehmerpreis erhielt, ist am Ende. Alle Mitarbeiter wurden entlassen.

Kleine Holzstückchen liegen auf einer Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heizen mit Pellets - dafür wurde die Müller AG aus Balsthal 2012 ausgezeichnet. Jetzt ist sie am Ende. Keystone

Was letztendlich zum Untergang der Müller AG aus Balsthal geführt hat, bleibt unklar. Die Firma ist nicht mehr erreichbar, der Betrieb ist eingestellt.

Wegen Überschuldung hat das Amtsgericht Thal-Gäu am 17. November den Konkurs über die einstige Vorzeigefirma verhängt, wie einer Meldung im Schweizerischen Handelsamtsblatt zu entnehmen ist.

30 Mitarbeiter erhielten die Kündigung

Für ihre innovativen Holzfeuerungen wurde die Müller AG 2012 mit dem Solothurner Unternehmerpreis ausgezeichnet. Sie setze konsequent auf den CO2-neutralen Energieträger Holz und sei damit der Energiediskussion schon lange voraus, lobten der Kanton und die Handelskammer bei der Preisverleihung.

Laut der immer noch aufgeschalteten Firmen-Homepage beschäftigte die Firma 50 Mitarbeiter. Zuletzt waren es noch rund 30, die nun allesamt die Kündigung erhielten, wie das Solothurner Konkursamt und das Amt für Wirtschaft auf Anfrage von Radio SRF bestätigen.

Der Firma ging das Geld aus

Beim Konkursamt laufen die Telefone heiss, seit die Berner Zeitung am Freitagmorgen über den Fall berichtete. Es melden sich Gläubiger, aber auch mögliche Interessenten. Schliesslich war die Müller AG «einer der führenden Anbieter von automatischen Holzfeuerungs-Systemen in Europa», wie es auf der Firmen-Homepage noch immer heisst.

Für nächste Woche hat das Konkursamt den Verwaltungsratspräsidenten zu einer Einvernahme vorgeladen. Es will sich einen Überblick verschaffen, was von der Firma noch übrig ist. Für genauere Angaben ist es noch zu früh.