Solothurner Filmtage «Die göttliche Ordnung» begeistert Eröffnungs-Publikum

Viel Applaus und Bravo-Rufe gab es am Donnerstagabend für den Eröffnungs-Film der Solothurner Filmtage. «Die göttliche Ordnung» zeigt, wie Frauen in Appenzell 1971 für die Einführung des Frauenstimmrechts kämpften. Das beeindruckt.

Drei Frauen vor Filmplakat Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hauptdarstellerin Marie Leuenberger, Regisseurin Petra Volpe, und Darstellerin Rachel Braunschweig in Solothurn. Keystone

Ein Landei kämpft für Gleichberechtigung: «Die göttliche Ordnung» ist eine Comédie humaine, in deren Zentrum die junge Appenzeller Mutter und Hausfrau Nora (Marie Leuenberger) steht, die sich 1971 in ihrem kleinen Dorf für das Frauenstimmrecht stark macht.

Die 46-jährige Filmemacherin Petra Volpe, die 2015 das «Heidi»-Drehbuch verantwortete, stellt dabei nicht die historischen Fakten des langen Wegs zum Frauenstimmrecht ins Zentrum, sondern die persönliche Geschichte einer jungen Frau, die allen Widerständen zum Trotz für Gleichberechtigung kämpft.

Kritiker: Etwas absehbar

Sie habe in erster Linie die Atmosphäre der damaligen Zeit treffen wollen, erklärt Volpe zu ihrem Film. Das ist ihr gelungen.

Es gibt zwar Filmkritiker, die finden, dass die Geschichte um das hochpolitische Thema streckenweise etwas absehbar ist und gar leicht daher kommt. Beim Premieren-Publikum kam der Film allerdings sehr gut an.

Publikum: Sehr beeindruckt

Gegenüber SRF zeigten sich viele Zuschauer beeindruckt vom Film und der Geschichte, die er erzählt. Wie eine andere Welt komme ihr die damalige Zeit vor, meinte eine 24-Jährige, es sei unbegreiflich, dass die Schweiz mal so gewesen sei.

Für andere ist der Film Motivation, sich weiter für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern einzusetzen. Eine junge Bernerin meinte anerkennend, man habe gar nicht gemerkt, dass es ein Schweizer Film sei, er habe mitgerissen und berührt.

Gewinnt erstmals ein Spielfilm?

Die Filmtage zeigen «Die göttliche Ordnung» nochmals am Montag, 23. Januar. Zudem steht der Film mit neun anderen Filmen im Wettbewerb um die mit 60'000 Franken dotierte Auszeichnung «Prix de Soleure».

Die Statistiken räumen der Comédie humaine allerdings schlechte Chancen ein: Seit der Preis 2009 vergeben wird, hat ihn noch nie ein Spielfilm gewonnen.