Die Panne im Wahlbüro Gerlafingen soll sich nicht wiederholen

Die ganze Schweiz wartete am Sonntag auf Gerlafingen: Eine Panne im Wahlbüro verzögerte die Übermittlung der Resultate. Das Endergebnis der eidgenössischen Abstimmungen wurde erst um 16 Uhr bekannt. Diese peinliche Panne soll sich nicht wiederholen.

Wahlhelfer leeren eine Urne mit Wahlzetteln (Symbolbild) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Überforderte Wahlbüros im Kanton Solothurn könnten künftig die Hilfe einer «mobilen Einsatztruppe» erhalten. Keystone

Es klingt etwas unglaublich: Ein Mitglied des Gerlafinger Wahlbüros erkrankt am Sonntag kurzfristig. Diese Frau ist aber offenbar die einzige, die die Abstimmungsresultate im Computersystem eingeben kann. Der Leiter des Wahlbüros muss die Resultate deshalb nach Solothurn bringen. Im Oberamt werden die Resultate dann fachgerecht in den Computer eingegeben.

Die ganze Schweiz wartet inzwischen auf das Resultat aus der Solothurner Gemeinde. Um 16 Uhr erst kann das offizielle Endergebnis der eidgenössischen Abstimmung bekannt gegeben werden.

Gemeinde Gerlafingen muss sich erklären

Diese Panne ist peinlich. Und sie soll sich nicht wiederholen, erklärt der Medienbeauftragte der Solothurner Regierung am Montagmittag auf Anfrage des «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF. Auch Dagobert Cahannes weiss noch nicht genau, wie diese Panne passieren konnte: «Am Sonntag haben wir uns auf die Problemlösung konzentriert, nicht auf die Ursachenforschung. Nun aber erwarten wir von Gerlafingen Antworten.»

Eigentlich sei in den Wahlbüros eine Stellvertreter-Regelung vorgesehen, erklärt Dagobert Cahannes weiter. Es gilt auch das Vier-Augen-Prinzip: Die Resultate werden unter Aufsicht in den Computer eingegeben, um Manipulationen zu verhindern.

Weshalb Gerlafingen keinen Ersatz für die krankheitshalber abwesende Mitarbeiterin aufbieten konnte, bleibt aktuell unklar. In Gerlafingen war am Montagmorgen niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Mobile Einsatztruppe für Wahlbüros?

Aber auch der Kanton überlegt sich mögliche Lösungen, um solche peinlichen Pannen künftig zu verhindern. Dagobert Cahannes: «Wir könnten erfahrene, bisherige Wahlbüroleiter quasi auf Pikett stellen. Diese könnten bei Problemen rasch vor Ort gehen und behilflich sein.»

Zwar würden bereits heute die Oberämter den Gemeinden bei Schwierigkeiten helfen. Der «Fall Gerlafingen» zeigt aber, dass diese Hilfe doch zu viel Zeit benötigt. Eine «mobile Eingreiftruppe» für lädierte Wahlbüros wäre also eine echte Alternative. Entschieden ist darüber allerdings noch nicht.