Die Solothurner AEK Energie AG wird eine Berner Firma

Die Solothurner Energiefirma AEK wird eine Berner Firma. Der Oltner Stromkonzern Alpiq verkauft seine Anteile am Solothurner Unternehmen an die BKW. Damit halten die Berner nun über 90 Prozent der Aktien. Man sichere damit die Zukunft der AEK, heisst es aus Bern.

Der wankende Stromriese Alpiq will weiter Schulden abbauen. Er verkauft seine Beteiligung von 38,7 Prozent an der Solothurner Energieversorgerin AEK an den Berner Energiekonzern BKW.

Zum Preis machten die beteiligten Parteien in den Medienmitteilungen vom Donnerstag keine Angaben. Der Abschluss bedarf noch der Zustimmung der Wettbewerbskommission (Weko).

Energiezentrale Bellach mit AEK-Logo Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Solothurner AEK kommt fast vollständig in Berner Hände. SRF

Alpiq will Schulden reduzieren

Der Energiekonzern Alpiq hatte 2015 einen Reinverlust von 830 Millionen Franken erlitten und steckt in einer Phase des Umbaus. Mit den aus dem Verkauf frei werdenden Mitteln will Alpiq die Schulden weiter reduzieren und so die Bilanz stärken, wie es in der Mitteilung der Gruppe heisst. Oberste Priorität beim Konzernumbau habe die Sicherstellung der Kapitalmarktfähigkeit.

Anfang März hatte Alpiq angekündigt, einen Teil seiner Wasserkraftwerke verkaufen zu wollen. Mit der Öffnung des Wasserkraftportfolios für neue Investoren will der Oltner Konzern die Abhängigkeit von den Grosshandelspreisen verringern und die Nettoverschuldung senken.

Zusätzlich prüfe Alpiq weitere Devestitionsmöglichkeiten nicht strategischer Beteiligungen, schreibt die Gruppe. Im März hatte Alpiq bereits seine Beteiligung an der Romande Energie Commerce, dem grössten Westschweizer Stromversorger, an die bestehenden Aktionäre der Gesellschaft verkauft.

BKW wird Mehrheitsaktionärin

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Die AEK

Die AEK hat ihren Hauptsitz in Solothurn. Sie betreibt Stromnetze und verkauft Strom an regionale Kunden. Im Bereich «Contracting» plant und baut die AEK Energiekraftwerke für Firmen (z.B. mit Fernwärme aus Abfall oder Holzheizungen). Sie ist zudem die grösste Schweizer Holzpellet-Herstellerin und arbeitet auch als Elektro-Installateurin.

Die BKW übernimmt insgesamt ein Beteiligungspaket von 53,6 Prozent und hält damit künftig über 93 Prozent an AEK. Übernommen wird zum einen der vom Stromkonzern Alpiq gehaltene 38,7 Prozent-Anteil.

Zusätzlich gehen auch die Beteiligung der EBM (Genossenschaft Elektra Birseck, Münchenstein) mit 4,4 Prozent, der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland, Liestal) mit 2,7 Prozent und der Toff AG mit 7,3 Prozent an BKW über. Dazu kommt noch ein knappes halbes Prozent von weiteren Aktionären aus dem Streubesitz.

Arbeitsplätze bei AEK «sicher»

Der Berner Energiekonzern wolle die Weiterentwicklung der AEK im Rahmen der neuen Besitzstruktur fördern und die Gesellschaft zu einer integrierten Energiedienstleisterin mit starker regionaler Verankerung ausbauen, heisst es im Communiqué.

Vom Zusammenrücken von BKW mit der AEK könnten beide Unternehmen profitieren, ist die BKW überzeugt. Den AEK-Kunden eröffne sich dadurch ein umfassenderes Angebot und den Mitarbeitenden sichere es die Zukunft, heisst es weiter. Die AEK soll weiter stark in der Region verankert bleiben und gleichzeitig vom umfassenden Leistungsportfolio der BKW-Gruppe profitieren. Die AEK betreut etwa 40'000 Endkunden in der Region Solothurn und beschäftigt rund 250 Mitarbeitende.

Die BKW ihrerseits profitiere von den Stärken der AEK, wie zum Beispiel dem Contracting-Geschäft (siehe Box), wo es um die Planung, Finanzierung und Installation von Wärmeverbund- oder Fernwärmeprojekten sowie deren Betrieb und Unterhalt geht.