Die «Zauberflöte» zauberte keine schwarze Null

Die aktuelle Produktion der Oper Schloss Hallwyl ist zu Ende: Sie hinterlässt viel begeistertes Publikum, aber auch ein Loch in der Kasse. Der Verein beklagt vor allem die weniger grosszügige Unterstützung der Aargauer Regierung und will neu verhandeln.

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Bildlegende: Die «Zauberflöte» hinterlässt rote Zahlen: Es fehlen unter anderem gut 300'000 Franken vom Kanton. Nino Gloor

«Qualitativ haben wir unser Ziel erreicht»: Mit diesem positiven Satz beginnt die Bilanz von Gesamtprojektleiter Christoph Risi zur Oper Schloss Hallwyl in der Saison 2015. 12'000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben die «Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart im Schlosshof gesehen und waren begeistert. «Viele Leute haben gesagt, das sei unsere bisher beste Produktion gewesen», so Christoph Risi gegenüber Radio SRF.

«  Wir haben die schwarze Null verfehlt. »

Christoph Risi
Gesamtprojektleiter

Die Solisten seien «wahrscheinlich so gut wie noch nie» gewesen, das Bühnenbild modern, die Inszenierung witzig, das Orchester über jeden Zweifel erhaben. Trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack für den Verein, der das Opernspektakel alle drei Jahre inszeniert. «Wir haben die schwarze Null verfehlt», räumt Christoph Risi ein.

Über 300'000 Franken weniger vom Kanton

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Bildlegende: Papageno mit der «Zauberflöte»: Die Solisten überzeugten qualitativ wie noch nie. Nino Gloor

Für ein ausgeglichenes Budget hätte die Oper komplett ausverkauft sein müssen: 14'000 Zuschauer wären notwendig gewesen. 2000 haben also gefehlt, vor allem zu Beginn der Saison. «Die Leute reservieren ihre Tickets immer kurzfristiger», versucht Risi eine Begründung zu finden. «Gegen Ende der Aufführungszeit waren wir dann öfter komplett ausverkauft.»

Weshalb aber waren die Produktionskosten so knapp kalkuliert? «Wir haben weniger Geld aus dem Lotteriefonds erhalten und konnten einen abgesprungenen Hauptsponsor nicht ersetzen. Wir wussten also, dass es eng wird», gibt Risi zu. Tatsächlich: 2015 wurde die Opernproduktion aus dem Swisslos-Fonds der Aargauer Regierung mit 400'000 Franken unterstützt. Im Jahr 2012 waren es noch 720'000 Franken.

Verhandlungen mit dem Kanton für Produktion 2019

Der Verein Oper Schloss Hallwyl könne den aktuellen Verlust zwar verkraften, betont Christoph Risi: «Wir haben ein Polster». Allerdings: Im Hinblick auf die nächste Produktion 2019 wolle man mit dem Kanton neu verhandeln. Immerhin fehlen im Vergleich zu 2012 gut 300'000 Franken aus dem Lotterietopf der Regierung. «Wir möchten ein gewisses Bekenntnis», so Risi.

«  Wir möchten ein Bekenntnis zur Oper Schloss Hallwyl. »

Christoph Risi
Gesamtprojektleiter

Klar sei: Der Verein möchte die Opern-Serie im einzigartigen Schloss Hallwyl weiterführen. «Auch das Publikum will diese Oper, die nun doch fast zur Tradition geworden ist», meint Christoph Risi. Aber: «Wir können das nicht ganz allein entscheiden, wir brauchen dafür starke Partner.» Und der stärkste dieser Partner ist der Kanton. Man darf also auf die Verhandlungsergebnisse aus Aarau gespannt sein.