«Ein Jodelvortrag ist dann gut, wenn er ins Herz geht»

Derendingen ist dieser Tage der Treffpunkt für Jodler, Alphorn- und Büchelbläser sowie Fahnenschwinger. Rund 2500 Teilnehmende messen sich am Nordwestschweizerischen Jodlerfest. «Jodeln ist wieder in Mode», sagt die Jodellehrerin und Jurorin Helga Schmid.

Jodeln komme wieder in Mode, sagt Helga Schmid (im roten Kleid), Jurorin am diesjährigen Jodlerfest in Derendingen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jodeln komme wieder in Mode, sagt Helga Schmid (im roten Kleid), Jurorin am diesjährigen Jodlerfest in Derendingen. zvg

Helga Schmid ist im Vorstand des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes für das Kurswesen verantwortlich. Sie ist selbst Jodellehrerin und amtet in Derendingen auch als Jurorin: «Das wichtigste ist, dass mich ein Jodelvortrag berührt», erklärt sie. Als Jurorin bewertet sie aber auch «harte» Kriterien wie Harmonie, Tongebung, Aussprache, Rhythmik und Dynamik.

«  Das Schönste ist, wenn die Jodler überall auf dem Festgelände spontan Lieder anstimmen. »
Helga Schmid ist u.A. im Vorstand des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes für das Kurswesen verantwortlich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Helga Schmid ist u.A. im Vorstand des Nordwestschweizerischen Jodlerverbandes für das Kurswesen verantwortlich. zvg

Jeder Jodelvortrag wird bewertet mit einer Note zwischen 1 und 4 (Klassierung), wobei 1 die beste Note ist. Nur wer am Nordwestschweizerischen Jodlerfest mindestens eine 2 erhält darf 2014 am Eidgenössischen Jodlerfest in Davos teilnehmen.

Wechsel von Brust- zu Kopfstimme

Der Jodel unterscheidet sich vom «normalen» Gesang im häufigen Wechsel der Stimmlage. Ein Jodler wechselt in der Melodie immer wieder von der Brust- in die Kopfstimme. «Im Prinzip können dies alle Leute lernen, die eine gewisse Musikalität mitbringen», erklärt Helga Schmid. Zudem sei es gar nicht nötig, dass in einem Jodelchor alle die Jodeltechnik beherrschen. «Gerade bei den Bassstimmen geht es auch ohne den Kehlkopfschlag», so Schmid.

Für Helga Schmid ist das Jodeln eine Leidenschaft. Sie freut sich daher nicht nur auf ihre Arbeit als Jurorin am Nordwestschweizerischen Jodlerfest, sondern vor allem auch auf die Jodlernächte: «Das Schönste ist, wenn die Jodler überall auf dem Festgelände spontan Lieder anstimmen. Das gibt mir viel Kraft und ein gutes Gefühl».

Das Nordwestschweizerische Jodlerfest in Derendingen dauert bis am Sonntagnachmittag.