Einblicke in die alten Stollen des Bergwerks Herznach

Ab diesem Wochenende ist ein Teil der Stollen des Bergwerks Herznach wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Der 2004 gegründete Verein «Eisen und Bergwerke» hat dies möglich gemacht. Die Vision des Vereins ist der Betrieb eines «Schaubergwerks».

Von 1937 bis 1967 ist in Herznach Eisenerz abgebaut worden (siehe Kasten). In harter Handarbeit wurde ein Stollensystem von insgesamt 32 Kilometern Länge geschaffen. Der Hauptstollen verbindet unterirdisch die Gemeinden Herznach und Ueken, hier und in zahlreichen Nebenstollen bauten Bergleute aus der Region jahrzehntelang Eisenerz ab.

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Eisenerzabbau in Herznach

1937 wurde das Bergwerk Herznach in Betrieb genommen. 1941 erzielten 139 Angestellte des Bergwerks mit dem Abbau von rund 212'000 Tonnen Erz die höchste Fördermenge. Das Herznacher Erz hatte einen Eisengehalt von nur 30 Prozent. Auch deshalb wurde das Bergwerk 1967 geschlossen. Gesamthaft wurden in Herznach gut 1,6 Millionen Tonnen Erz abgebaut.

Nach dem Ende des Bergwerksbetriebs 1967 wurden die Stollen geschlossen, das ganze Bergwerksareal wurde nicht mehr gepflegt und verlotterte zusehends. Bis ein neuer Besitzer das Areal kaufte und Schritt für Schritt wieder begann, alles in Schwung zu bringen.

In der Folge wurde 2004 der «Verein Eisen und Bergwerke» VEB gegründet. Er setzte sich zum Ziel, das Bergwerk Herznach wieder zugänglich zu machen. «Das Bergwerk ist ein wichtiger Zeitzeuge der Industriegeschichte, hier haben wir eine gewisse Verantwortung», sagt Geri Hirt, der Vize-Präsident des Vereins zu den Vereinszielen.

Wichtiger Schritt zum «Schaubergwerk»

Am Bergwerkfest vom 3. und 4. September können Besucherinnen und Besucher nun erstmals wieder in den Berg. Auf einer Strecke von etwa 70 Metern wurden die Stollen gesichert und so ausgebaut, dass Besucher sie besichtigen können.

Dies sei ein «wichtiger Schritt auf dem Weg zum anvisierten Schaubergwerk», heisst es vom Verein Eisen und Bergwerke VEB.

Ohne Fronarbeit unmöglich

Den Stollen des Bergwerks für Besucher zugänglich zu machen, war schon länger ein Ziel des Vereins. Allerdings sei das nicht einfach gewesen, erläutert Vorstandsmitglied Geri Hirt im Gespräch mit dem SRF-Regionaljournal: «Es gab sehr viel zu tun. Wir mussten zum Beispiel sehr viel abgebrochenes Material aus dem Stollen entfernen, zum Teil in anstrengender Handarbeit.»

Die Stolleneröffnung sei nur möglich gewesen, weil zahlreiche Vereinsmitglieder in tagelanger Fronarbeit mitgeholfen hätten, sagt Hirt. «Ich bin stolz auf den Verein und auf die Mitglieder, dass wir das geschafft haben», zeigt sich der Vize-Präsident nun zufrieden.

Wenn man alle Arbeiten bezahlen müsste, dann könnte man das nicht finanzieren, meint Hirt. Und für einen Privaten ohne den Verein im Rücken, wäre das ganze Projekt auch nicht möglich gewesen. Trotz viel freiwilliger Arbeit: Für die Weiterentwicklung des Schaubergwerks und weitere Projekte ist der Verein stetig auf Spenden- und Sponsorensuche.