Eine bekannte, unbekannte Opern-Erfahrung

Alle drei Jahre zeigt die Oper Schloss Hallwyl im Schlosshof eine Produktion. 2015 hat man sich für «Die Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart entschieden. Eine der bekanntesten Opern überhaupt. Und trotzdem ist die Produktion im Schloss eine spezielle Produktion.

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Oper Schloss Hallwyl

«Die Zauberflöte» feiert am Freitag, 24. Juli Première. Sie wird bis zum 22. August aufgeführt. Bei Schlechtwetter sind Verschiebedaten vorgesehen.

«Die Zauberflöte» ist eine der meist gespielten Opern weltweit. Keine sehr originelle Wahl also für die aktuelle Produktion im Schloss Hallwyl. Das Stück selber sei denn auch nicht der Grund, weshalb man diese Produktion unbedingt sehen müsse, sagt Regisseurin Regina Heer. «Es ist das Gesamtpaket, wenn man unter dieser grossen Linde sitzt, das ist der Grund.»

Tatsächlich: Die Kulisse im Schlosshof ist imposant. Als Zuschauer blickt man direkt auf den Haupteingang des Schlosses. Das Orchester spielt über dem Tunnel, das zum Haupttor führt. Hinter der Bühne erheben sich die alten Gemäuer und Türme des bekannten Ausflugsziels am Hallwilersee.

Technische Herausforderung Schlosshof

Regina Heer nennt die Ambiente im Schlosshof «magisch». Auch wenn sie betont, dass sie «überhaupt nicht esoterisch» sei. Auch die Sängerinnen und Sänger freuten sich auf die Proben: «Sie sagen immer wieder, wie schön es sei, hier arbeiten zu dürfen.»

Die Schönheit des Schlosses hat aber auch ihre Tücken. Technisch sind die Inszenierungen im Schlosshof nicht ganz einfach. «Wir müssen mit diesem offenen Raum arbeiten, wir haben keine Theatertechnik zur Verfügung, keine Seilzüge, keine Nebenabgänge von der Bühne, wo wir jemanden oder etwas schnell verschwinden lassen könnten», erklärt Regisseurin Regina Heer die Problematik.

Auch die Akustik sei eigentlich nicht ideal. «Wir verzichten aber konsequent auf Mikrofone, sogar die Donnereffekte werden vom Orchester live gespielt», sagt Heer gegenüber SRF. «Das ist unser Markenzeichen.» Für die Zuschauer und Zuhörer heisst das: Man muss sich auf ein neues Hörerlebnis einstellen. Der Sound ist weniger imposant und füllig als in einem Opernhaus. Es gibt Nebengeräusche wie Vogelgezwitscher oder vorbei fahrende Traktoren.

Eine Oper, die nicht ohne Grund so beliebt ist

Die Nachteile der Location werden durch ihre Vorteile aber aufgehoben, wie ein Probebesuch eindrücklich zeigte. Die Ambiente im Schlosshof überzeugt tatsächlich. Dazu kommt ein professionelles Ensemble mit einem professionellen Sinfonieorchester.

Und natürlich eine Geschichte, die nicht ohne Grund so oft gespielt wird: «Die Zauberflöte» ist unterhaltsam, witzig, märchenhaft - und gespickt mit Melodien, bei der selbst Klassik-Abstinente immer wieder mitsummen können. Weil sie eben so bekannt sind.

(Radio SRF1 14:00 Uhr/Regionaljournal Aargau Solothurn 17:30 Uhr)