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Wie viel Rambazamba verträgt der Weissenstein?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
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Einsprachen beim Kanton Geplante Downhill-Strecke am Weissenstein stösst auf Widerstand

  • Am Solothurner Hausberg Weissenstein soll eine Downhill-Strecke für Biker gebaut werden.
  • Gegen die Pläne sind nun sechs Einsprachen eingegangen.
  • Nicht nur Tier- und Naturschützer wehren sich. Auch Wanderer und Orientierungsläufer sind unzufrieden – aber aus ganz anderen Gründen.

Das grösste Problem der Seilbahn Weissenstein AG ist das Wetter. Scheint die Sonne, wird die Bahn überrannt und die Ausflügler strömen in Scharen auf den Berg. Ist es kalt und nass, kommt praktisch niemand und die Gondeli fahren leer. Deshalb will die Bahn unabhängiger werden vom Wetter.

Gefragt sind Attraktionen, die auch bei schlechtem Wetter Gäste auf den Solothurner Hausberg locken. Wie die seit langem geplante Bike-Strecke vom Weissenstein zur Talstation. Velofahrer, die über Stock und Stein rasen wollen, kommen nicht nur, wenn die Sonne scheint.

Gegen die konkreten Pläne für die Downhill-Strecke am Weissenstein sind nun sechs Einsprachen eingegangen, teilte der Kanton Solothurn am Montag mit. Dabei zeigt sich erneut: Beim Projekt prallen die unterschiedlichsten Interessen aufeinander. Die Gründe für eine Ablehnung sind vielfältig.

Tierschützer vs. Sportler

Zum einen sind Jäger und Tierschützer gegen die Downhill-Strecke. Sie monieren, dass die Velo-Piste die Lebensräume der Tiere zerstört. Insbesondere die Gämsen seien gefährdet, kritisiert die Jagdgesellschaft Weissenstein, die deshalb Einsprache gemacht hat.

Keine Freude an den Plänen für den Weissenstein haben aber auch Wanderer, Kletterer, Bergsteiger und Orientierungsläufer, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Als Ausgleich zur Bike-Strecke will der Kanton neue Wildruhezonen schaffen. Die Sportler befürchten, dass dies ihre Bewegungsfreiheit zu stark einschränkt.

Nicht nur Einsprecher äussern Kritik

Neben sechs Einsprachen sind auch fünf informelle Eingaben eingegangen. Auf diese Weise haben sich etwa die Sektion Weissenstein des Schweizerischen Alpenclubs, die OL-Gruppe Biberist-Solothurn und Pro Natura Solothurn eingebracht.

Man sei nicht glücklich über die geplante Downhill-Strecke am Weissenstein, sagt Pro Natura-Präsidentin Nicole Hirt. Trotzdem wehre man sich nicht gegen eine solche Strecke. Sonst würden die Biker nämlich einfach irgendwo durchfahren, wo es ihnen gerade passe.

Die Kantonsverwaltung muss die sechs Einsprachen zur kantonalen Nutzungsplanung «Bikestrecke/Wildruhezonen Weissenstein» nun behandeln. Können sich die Parteien nicht einigen, muss der Regierungsrat entscheiden.

Kanton steht weiter hinter Projekt

Der Kanton als Planungsträger und die Seilbahn Weissenstein AG als Bauherrin sind weiterhin davon überzeugt, dass sich am Weissenstein die Erweiterung des Freizeitangebots mit einer Bike-Strecke naturverträglich realisieren lässt.

Die Bike-Strecke sei eine sinvolle Ergänzung zu den anderen Angeboten, erklärt Stephan Schader vom Amt für Raumplanung des Kantons Solothurn: «Der Weissenstein ist beliebt, das hat man auch über Weihnachten und Neujahr wieder gesehen, deshalb ist der Kanton der Ansicht, dass es dem Berg gut tun würde, wenn man das Angebot massvoll erweitert.»

Was unter «massvoll» zu verstehen ist, da gehen die Meinungen indes auseinander, wie die Einsprachen jetzt zeigen.

Pläne für neue Bike-Strecke gibt es schon länger

Pläne für neue Bike-Strecke gibt es schon länger
Legende:SRF

Seit 2002 gibt es auf dem Weissenstein offiziell eine Bike-Strecke. Doch diese ist veraltet, wird nicht mehr unterhalten und ist in einem schlechten Zustand. Die Seilbahn Weissenstein AG, welche die Konzession für eine Bike-Strecke schon vor Jahren übernommen hatte, möchte deshalb eine neue Strecke auf dem Weissenstein bauen.

Zum Ausgleich sind neue Wildruhezonen vorgesehen, allerdings in einer abgeschwächten Form. Der Kanton will mindestens in den ersten fünf Jahren auf strenge Zutrittsverbote zu den Wildruhezonen verzichten und stattdessen an die Eigenverantwortung von Bikern, Bergsteigern und Orientierungsläufern appellieren.

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