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Energiestrategie 2050 «Es ist ins Stocken geraten»

Der Aargau hat die «Energiestrategie 2050» abgelehnt. Die Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes hat die Vorlage aber angenommen. Die Regierung muss deshalb die Energiewende anstreben. Dem Energiedirektor Stephan Attiger geht es zu langsam.

Legende: Audio Energiedirektor Stephan Attiger im Gespräch abspielen. Laufzeit 05:20 Minuten.
05:20 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 09.11.2018.

SRF: Stephan Attiger, man hat schon lange nichts mehr von der Geothermie gehört im Aargau. Ist sie tot?

Nein, aber es gibt Probleme. Mit Projekten in Basel und St. Gallen ist man aufgelaufen. Es sind eben grosse Vorinvestitionen nötig, bevor man überhaupt weiss, ob Geothermie funktioniert. Der Aargau wäre eigentlich prädestiniert für die Geothermie, wir haben ja viel Thermalwasser. Aber momentan ist es ins Stocken geraten.

Bei der Windenergie gibt es im Aargau eigentlich konkrete Projekte. Aber es steht noch keine einzige Windturbine. Wie kommt man da voran?

Die Standorte mit Potenzial haben wir im Richtplan festgehalten. Die Grundlagen sind also vorhanden. Aber Windenergie ist umstritten, es gibt Widerstand, und die Bewilligungsprozesse dauern halt doch lang.

Wasserkraft: Kleine Projekte wurden gestoppt, weil sie keine Subventionen mehr erhalten; und grosse Projekte werden nicht angepackt, weil der Strompreis zu tief ist, sich Investitionen also nicht lohnen. Auch hier Stillstand?

Vielleicht nicht Stillstand, aber es findet leider kein Ausbau statt. Eine Investition in Wasserkraft muss man über 60 Jahre finanzieren. Der Markt hierfür ist aber zu unsicher.

Wie sieht es bei der Photovoltaik aus?

Da kann jeder selber etwas machen, in diesem Bereich passiert auch etwas. Ich bin zuversichtlich. Die Photovoltaik hat das grösste Potenzial bei den Zuwachsraten.

Die Axpo, die zu einem Drittel dem Kanton gehört, investiert sehr viel Geld in neue erneuerbare Energien. Sie baut Windparks in Deutschland und Solarparks in Spanien. Aber im Aargau geht gar nichts.

Die Axpo ist eine Firma, die sich am Markt orientiert. Und ein Windpark in der Nordsee hat halt viel mehr Potenzial als eine Anlage hier. Aber es ist ein Fakt: In die Schweiz fliesst zu wenig Geld. Hier fehlt einfach die Investitionssicherheit.

Das Gespräch führte Stefan Ulrich.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wenn das Wasser knapp wird, ist die Windenergie sicher sinnvoller sie zu nutzen. Leider sieht die Landschaft nicht mehr so schön aus, aber wir verbauen ja sowieso unsere Schweiz und nicht mit den schönsten Bauten.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Viele der Grossinvestitionen weit weg werden möglicherweise auch wegen mangelhafter vorgängiger Risikoanalyse getätigt: Weil Risiken nicht bekannt sind und Geld vorhanden ist, wird gebaut. Hierzulande wird behauptet es gebe zu wenig Investitionssicherheit. Dabei ist klar, dass es keinen politischen Willen für neue AKW's gibt, und geben wird, also in Zukunft das Verhältnis Nachfrage/Angebot zugunsten der Nachfrage besser wird. Bekannte Risiken sind noch lange nicht zwingend grössere Risiken!
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Vielleicht ist der nächste Leiter des Energiedepartementes ja in Energietechnik und Physik soweit informiert,dass er/sie weiss,was eine Kilowattstunde,eine Jahres- Leistung,Ampere,Volt sind.Die Aussage,das ist Strom für soundso viele Haushalte, zeugt von nichtwissender Arroganz.Dieses Unwissen wird dann mit dem bekannten Grinsen und Kopfschräghalten weggelächelt.
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