Fahrende Rüttenen: Bürgergemeinde verzichtet auf Zwangsräumung

Die Solothurner Bürgergemeinde führt auf ihrem Areal im Steinbruch Rüttenen keine Zwangsräumung durch. Die jenische Familie, die dort seit Jahren wohnt und wegziehen muss, räume das Areal bis am 29. Februar. Dass sie wegzieht, hat die Familie dem Regionaljournal bereits vor einer Woche bestätigt.

Wohneinheit der Fahrenden von Rüttenen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stehen die festen Wohnwagen bald auf einem anderen Platz? Die Familie sucht weiterhin nach einer Lösung. SRF

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Vorgeschichte der Familie

Seit über 30 Jahren nutzt die jenische Familie Huber einen Platz im Wald oberhalb von Rüttenen. Längst ist das Ehepaar samt erwachsenem Sohn hier sesshaft geworden. Die Landbesitzerin, die Bürgergemeinde Solothurn, wehrt sich seit 10 Jahren juristisch gegen diesen Zustand. Die letzte Beschwerde vor Obergericht hatte im Januar 2016 keine Chance.

In ein paar Tagen werde man wegziehen, sagte Charles Huber Senior auf Anfrage des Regionaljournals am Mittwoch 20. Januar 2016. Nun zeigt sich die Besitzerin des Areals, die Solothurner Bürgergemeinde, geduldig. In Rücksprache mt dem Oberamt Region Solothurn würde die jenische Familie den Steinbruch Rüttenen bis am 29. Februar räumen, teilt die Bürgergemeinde mit.

Die Familie habe einen alternativen Standtplatz in Aussicht. Deshalb hätte die Familie noch zugewartet, so die Bürgergemeinde. Falls die Familie am 29. Februar mit ihrer Wohneinheit noch im Steinbruch wohnen würde, dann müsse die «zwangsweise Räumung des Areals» angesetzt werden, heisst es bei der Bürgergemeinde weiter.

Verwandte helfen kurzfristig aus

Familie Huber zieht freiwillig weg, das sagte Charles Huber Senior am Mittwoch 20. Januar bereits gegenüber Radio SRF. Man wolle keine Zwangsräumung und sehe keine Möglichkeit mehr im Steinbruch wohnen zu bleiben. Von der Kampfbereitschaft zum Jahreswechsel ist nichts mehr zu spüren.

Die Familie komme vorübergehend bei Verwandten in der Nähe unter. Nun suche man selbst einen Standplatz, ohne Hilfe des Kantons, sagt Charles Huber weiter. Das mobile Heim der Familie soll bald abtransportiert werden. In der Zwischenzeit wird es eingestellt. Man hoffe auf eine rasche Lösung.

Allenfalls überlegt sich die Familie Huber weitere rechtliche Schritte. Sie bleibt daher auch in Kontakt mit der Radgenossenschaft. Aber auch wenn es solche gäbe, sei der Wegzug kaum mehr zu verhindern, findet Charles Huber weiter. Ziel sei es nun, in ein bis zwei Monaten einen neuen Standplatz gefunden zu haben, sagte die Familie Huber weiter.