Feministinnen und neue Schulmodelle: Aarau hatte Vorreiterrolle

Die Geschichte der Neuen Kantonsschule Aarau reicht 225 Jahre zurück. Besonders in der Zeit, als sie noch ein Lehrerinnenseminar war, gab es hier revolutionäre Entwicklungen. Ein Historiker hat sich der Geschichte angenommen.

Altbau der Neuen Kantonsschule Aarau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: An der Neuen Kantonsschule Aarau studieren Ende 2013 über 900 Schülerinnen und Schüler. Im Bild der Altbau. Wikimedia/Cygnebleu

Beat Hodler ist Geschichtslehrer und Historiker. Er hat die Ursprünge der Neuen Kantonsschule untersucht und stiess dabei auch auf Überraschendes.

Die Schule als «Hort von Revolutionären»

«Ich ging von der Idee aus, dass die Schule das nachvollzieht, was in der Gesellschaft brennt», so Hodler. Tatsächlich gingen aber gewisse gesellschaftliche Veränderungen auch von der Neuen Kantonsschule aus, beziehungsweise von deren Vorgänger-Institutionen.

So gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts die Neue Kantonsschule zu den Vorreiterinnen der Frauenbewegung. So setzte sich eine Lehrerin für die Frauenrechte ein und half später auch dabei, Unterschriften für das Frauenstimmrecht zu sammeln.

Ein Buch über (2)25 Jahre Geschichte

Dies was nicht das einzig Revolutionäre. In den 1920er-Jahren lehnten sich Schülerinnen an der Neuen Kantonsschule gegen ihre Lehrer auf. «Sie verlangten vielleicht auch Sachen, mit welchen die Lehrer nicht einverstanden waren», erzählt Hodler.

Beat Hodler hat ein Buch über die 225-jährige Geschichte (welche seit 25 Jahren Neue Kantonsschule Aarau) heisst geschrieben. Ab dem Wochenende ist das Buch «Junge Schule – lange Geschichte» im Handel.