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Aargau Solothurn Fertig gebaut auf der grössten privaten Baustelle der Schweiz

Das neue Coop-Logistikzentrum in Schafisheim (AG) ist gigantisch gross. Zwei riesige Bauten, beide mehrere Stockwerke hoch, sind über die Strasse mit einer Stahlbrücke verbunden. Die Gebäude verbrauchen so viel Strom wie die ganze Gemeinde Schafisheim zusammen.

In Schafisheim (AG) bei Lenzburg hat die Coop Genossenschaft das neue Logistikzentrum eingeweiht. Bei der Einweihung des riesigen Gebäudekomplexes war Bundesrätin Doris Leuthard anwesend. Es ist das grösste Projekt in der Geschichte des Detailhändlers.

Legende: Video Grösste Bäckerei der Schweiz eröffnet abspielen. Laufzeit 07:23 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.06.2016.

Aus dem Verteilzentrum will Coop Transporte umweltfreundlich durchführen. Möglichst viele Waren sollen mit dem so genannten unbegleiteten kombinierten Verkehr von Schafisheim abtransportiert werden. Damit vermeide man insgesamt 10'000 Tonnen CO2-Ausstoss pro Jahr.

Alle tiefgekühlten Waren, die weiter als 90 Kilometer unterwegs sind, werden bereits heute per Bahn transportiert. Lastwagen übernehmen die Verteilung nur noch auf den letzten Kilometern.

Für die verbleibenden Transporte sei keine Lastwagenflut zu erwarten, heisst es bei Coop. Die Lage des Verteilzentrums im Industriegebiet von Schafisheim ist ideal dank dem nahen Autobahnanschluss A1.

Coop investierte 600 Millionen Franken in eine neue Verteilzentrale, ein nationales Tiefkühllager, eine Leergutzentrale sowie eine Grossbäckerei und Konditorei. Die Dimensionen auf der grössten privaten Baustelle der Schweiz waren und sind gewaltig:

  • Die Planungs- und Bauzeit dauerte fünf bzw. drei Jahre.
  • 480 Bundesordner mit über 2400 Plänen wurden bei der Gemeinde Schafisheim eingereicht.
  • 2013 wurde die Baubewilligung erteilt.
  • Der Aushub lieferte 350'000 Tonnen Kies. Ein Grossteil wurde für den Neubau verwendet.
  • Coop hat in Schafisheim insgesamt 600 Millionen Franken investiert: 400 Millionen für den Bau, 100 Millionen in die Logistik und 100 Millionen Franken in die Grossbäckerei.
  • Total werden 1900 Personen für Coop in Schafisheim arbeiten, 1100 Mitarbeiter mehr als bisher.
  • Auf dem Dach des Hochregallagers und der Bahnhalle ist eine Photovoltaikanlage installiert, die rund 250 Megawatt Solarstrom pro Jahr liefert.

Aus der Logistikzentrale wird die Coop-Verkaufsregion Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich beliefert. Nicht nur Schafisheim profitiert von der neuen Zentrale. Weit über die Region hinaus profitieren Zulieferer und Arbeitnehmer vom Neubau und dessen Auswirkungen.

Die grösste Bäckerei der Schweiz

  • 1. In Zukunft Automation statt Handarbeit

    Doris Leuthard mit Haarnetz und Schürze flicht einen Zopf.
    Legende: Bundesrätin Doris Leuthard zeigt, wie's geht. Für kleine Laugenzöpfli braucht ein Roboter noch gerade eine Sekunde. SRF Regionaljournal AG SO
    • In der neuen Coop-Grossbäckerei arbeiten 600 Angestellte.
    • Der Grossteil der Stellen wird von Mitarbeitern aus den früheren Standorten Basel und Wallisellen (ZH) besetzt.
    • Übernommen wird auch das Personal der Grossbäckerei Hicopain in Dagmarsellen (LU). Hicopain hat bisher für Coop produziert, der Auftrag geht nun an die neue Coop-Grossbäckerei.
    • 40'000 Tonnen Mehl werden pro Jahr verarbeitet.
    • 60'000 Tonnen Backwaren (25 Prozent) und Brot (75 Prozent) verlassen ab 2016 jährlich die Grossbäckerei.
    • Frische Teiglinge zum Aufbacken in den Supermärkten werden direkt von der Bäckerei in das Tiefkühllager im gleichen Gebäude gebracht. Damit entfallen die früheren Transporte per Lastwagen.
    • Eine Biomasse-Heizzentrale liefert für die Öfen der Grossbäckerei die benötigte Energie von 20 Gigawattstunden pro Jahr. 70 Prozent der Enegie wird aus der Verbrennung von Biomasse gewonnen.
    • Viel Handarbeit wird in der neuen Grossbäckerei automatisiert und damit Kosten gespart. Zum Beispiel zöpfeln Roboterarme 3000 Laugen-Zöpfchen pro Stunde (1 pro Sekunde).

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Das Coop-Logistikzentrum in Schafisheim (AG) ist gigantisch gross. Für die Arbeitsstelen sicher gut. Für die Umwelt weniger. Viel Boden wurde wieder zuzementiert, Grüne Flächen gehen immer mehr verloren. Ganz zu schweigen vom Mehrverkehr und Stromverbrauch - einfach gigantisch. Sicher kommt wieder eine Forderungen für mehr Strassenbau wegen des Staus. Besser bevorzugt Brot kaufen beim Bäcker in der Nähe, dass schmeckt noch besser.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das Gejammer von "Immer mehr, immer grössere Logistikcenter, Grossbäckereien, usw.", ist nicht ehrlich: Solange unser enges, kleines Binnenländchen Schweiz pro Jahr eine Nettoeinwanderung von 70-90'000 Menschen (ohne das Asyl(un)wesen!) erleben muss, braucht es eben immer mehr Konsum- und Nahrungsgüter! Nun, vermehrt (gutes und mit viel Liebe gemachtes) Brot beim Dorfbäcker einkaufen und weniger zwischen vollgestopften Tablaren der Gross-Centern zu schlendern, brächte schon viel als Alternative!
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  • Kommentar von Hans Jonas (2000)
    Grossbäckerei - das klingt nach "ungeniessbar" für den Kunden", fliessbandverblödung für den Angestellten und Lohndifferenzen von 1 zu 20. Ich habe eine Bäckerei im Dorf und brauche keine Grossbäckerei. Ein weiterer Grund nicht bei cool einzukaufen. Die co-operieren nur mit der Monokultur.
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