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Legende: Audio Das steckt hinter den Annäherungen in Grenchen abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 13.08.2019.
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Flughafen Grenchen Fast-Kollision beim Landeanflug: das steckt dahinter

  • Ein Geschäftsreiseflugzeug und ein einmotoriges Kleinflugzeug sind sich beim Anflug auf den Flugplatz Grenchen SO im Mai 2018 gefährlich nahe gekommen.
  • Der Abstand zwischen den beiden Flugzeugen betrug zu einem Zeitpunkt nur 152 Meter.
  • Laut der schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) lag der Fehler vor allem beim Piloten des Geschäftsflugzeugs, welches aus Irland anflog.
  • Laut Sust haben sich solche Vorfälle im vergangenen Jahr in Grenchen gehäuft.

Gemäss Sust-Bericht kam es im vergangenen Jahr zu weiteren ähnlichen Vorfällen. Für den Zeitraum von April bis August letzten Jahres zählte die Sust neun Fälle. So landeten mehrere Flugzeuge auf der Piste, die vom vorausfliegenden Flugzeug noch nicht freigegeben war. Und ein Pilot landete ohne Freigabe auf der Graspiste.

Haben die Vorfälle einen Zusammenhang mit dem Pilotprojekt?

Vor gut zwei Jahren startete in Grenchen ein Pilotprojekt. Die Flugzeuge konnten in manchen Stunden ohne Überwachung durch den Tower nur anhand ihrer Instrumente oder auf Sicht starten und landen. Die Piloten erhielten so mehr Verantwortung: Sie mussten via Funk mit den anderen Piloten kommunizieren. Dies kannte man bisher nur aus dem Ausland, für die Schweiz war dies eine Premiere.

Es gibt nun deutlich weniger Vorfälle.
Autor: Urs HoldereggerSprecher Bazl

Im vergangenen Jahr habe dies teilweise bei Piloten für Verwirrung gesorgt, sagt Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl): «Man hat Lehren aus dem Pilotversuch gezogen. Es ist aber auch so, dass es dieses Jahr nun deutlich weniger Vorfälle gibt, auch weil sich die Piloten mittlerweile daran gewähnt haben. Zudem gibt es nun klare Zeiten, wo man als Pilot weiss, welches System gerade gilt.»

Eine Frage der Kosten

Die Gründe warum der Flughafen Grenchen zu Randzeiten auf Fluglotsen verzichtet, sind die Kosten, erklärt Conrad Stampfli, Verwaltungsrat des Flughafens Grenchen. In der Zeit, in der die Piloten selber untereinander funken, sei am Boden aber eine Person, die den Flugverkehr beobachte. Dies sei ein ausgebildeter Pilot, der aber den Verkehr nicht leiten könne, wie ein Fluglotse.

Aktuell sind sich das Bazl und die Betreiber des Flughafens noch uneinig, ob die Person am Boden auch funken darf oder nicht. Während des Pilotversuches wurde dies noch gemacht, nun hat es das Bazl verboten. Laut Stampfli ist aber eine Einigung in Sicht.

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