Flughafen Grenchen im Aufwind

Der neue Direktor des Flughafens Grenchen ist zufrieden mit dem Jahr 2012. Während andere Flugplätze über schlechtes Wetter und einen Rückgang klagen, verzeichnete der Flughafen Grenchen 4 Prozent mehr Starts und Landungen.

Flughafen Grenchen am Helikopter-Weekend 2012 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Helikopter-Weekend soll auch 2013ein Erfolg werden. Im Bild der Flughafen Grenchen am Helikopter-Weekend 2012. airport-grenchen.ch

«Es war ein positives Jahr», kommentiert Ernest Oggier, seit August 2012 Direktor des Flughafens Grenchen, den soeben erschienenen Geschäftsbericht gegenüber Radio SRF. Mit 79‘000 Starts und Landungen konnte der grösste Regionalflughafen der Schweiz einen Zuwachs von 4 Prozent verzeichnen. «Obwohl das Wetter nicht immer positiv war», wie Oggier anfügt.

Segelflugzeuge hoben viel weniger ab

Dass 2012 an vielen Wochenenden schlechtes Wetter herrschte, ist in der Statistik gut sichtbar. So verzeichnete der Flughafen Grenchen bei den Segelfliegern eine Abnahme von 24 Prozent, Helikopterflüge gingen um 16 Prozent und Fallschirmsprünge um 13 Prozent zurück.

Dass Grenchen insgesamt einen Zuwachs verzeichnet, hat der grösste Regionalflughafen der Schweiz den Motorfliegern zu verdanken. Motorflugbewegungen haben um über 8 Prozent zugenommen.

Grenchen profitiert von den Flugschulen

Anderen Flugplätzen machten die verregneten Wochenenden 2012 viel mehr zu schaffen. Der Aargauer Flugplatz Birrfeld etwa verzeichnete mit 66‘000 Flugbewegungen 7000 Starts und Landungen weniger als 2011. Seit 2007 benutzen immer weniger Flugzeuge den Aargauer Flugplatz.

Warum verzeichnete Grenchen trotz des Wetters einen Zuwachs? Der Grund sind die 10 Flugschulen, erklärt Flughafendirektor Ernest Oggier. Unter anderem werden in Grenchen sämtliche Linienpiloten der Swiss ausgebildet. Alle angehenden Swiss-Piloten verbringen mehrere Wochen ihrer Ausbildung in Grenchen.

Premiere am Helikopter-Weekend

Diese vielen Flugschüler heben auch ab, wenn der Himmel mal bewölkt ist. So kann Grenchen den Rückgang bei der Hobbyfliegerei wieder ausgleichen. Die Flugschulen sind also quasi die Schlechtwetter-Versicherung des Flughafens.

Nicht allzu gut sind die Wetterprognosen auch für das Helikopter-Weekend, das dieses Wochenende zum sechsten Mal in Grenchen stattfindet. «Man muss das Wetter nehmen, wie es kommt», meint der FLughafendirektor. Er gibt sich zuversichtlich, dass trotzdem wieder viele Heli-Fans das Flugfeld bevölkern.

Flughafen Grenchen ist grösser als Bern-Belp

Zahlreiche Helis werden am Samstag und Sonntag Grenchen anfliegen, beispielsweise Helikopter der deutschen Luftwaffe oder der Rega. Die Schweizer Luftwaffe ist mit dem Super Puma dabei, und zum ersten Mal wird in Grenchen ein Sprühhelikopter der Air Glacier zu sehen sein.

Der Flughafen Grenchen ist gemessen an der Anzahl Flugbewegungen der drittgrösste Flughafen der Schweiz. Nur Zürich und Genf sind grösser (Basel-Mulhouse gilt als französischer Flughafen). Als grösster Regionalflughafen der Schweiz verzeichnet Grenchen auch mehr Bewegungen als das viel besungene Belpmoos. Bern hat dagegen mehr Passagiere.