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Fluglärm-Streit Aargauer Regierung will nicht mehr Nachtflüge ab Zürich

  • Die Aargauer Regierung ist dagegen, dass am Flughafen Zürich in der Nacht mehr Flugzeuge starten und landen.
  • Die Interessen der betroffenen Bevölkerung seien nicht gewichtet worden, schreibt der Regierungsrat in seiner Stellungnahme an das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Er lehnt das Dossier zur neuen Festlegung der zulässigen Fluglärmimmissionen in der Nacht ab.
  • Dass Flugzeuge neu über das Gebiet Wettingen-Würenlos starten anstatt über den Mutschellen, findet die Regierung «teilweise kritisch». Bewohner sollen nicht Tag und Nacht von Fluglärm geplagt sein.
  • Gut wird aufgenommen, dass künftig tagsüber rund 40'000 Flugzeuge weniger über den Kanton Aargau fliegen sollen – rund die Hälfte von heute.
Startendes Passagierflugzeug über Häusern.
Legende: Keystone

Der Flughafen Zürich plant seinen Betrieb neu. Es geht um die Lärmbelastung und das Betriebsreglement. Der Flughafen möchte mehr Flugzeuge nach 22 Uhr starten und landen lassen. Das findet die Aargauer Regierung gar keine gute Idee.

Bereits heute sei der reguläre Flugbetrieb nicht stabil. Durch die vielen Verspätungen würde das für nach 22 Uhr geltende Flugverbot ausgehöhlt, schreibt der Regierungsrat an das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Durch zusätzliche Flüge nach 22 Uhr würde der Lärm in der Nacht massiv zunehmen.

Wie gehts es weiter?

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) prüft nach der öffentlichen Auflage nun das Gesuch des Flughafens für ein neues Betriebsreglement und entscheidet dann über die definitive Form. Die Aargauer Regierung wartet den Entscheid des Bazl ab. Sollte sie damit nicht zufrieden sein, könnte sie eine Beschwerde machen beim Bundesverwaltungsgericht.

Zudem seien die Interessen der betroffenen Bevölkerung nicht gewichtet worden. Es sei keine Interessenabwägung vorgenommen worden. Daher lehnt der Regierungsrat das Dossier zur neuen Festlegung der zulässigen Fluglärmimmissionen in der Nacht ab. Es gehe bei diesem Dossier darum, die Anzahl der Starts und Landungen in der Nacht um einen Viertel zu erhöhen. Bereits letztes Jahr hatte der Aargau diese Steigerung abgelehnt.

Nicht Tag und Nacht mit Fluglärm stören

Die im Betriebsreglement 2017 vorgesehene Verschiebung der Startroute vom Mutschellen ins Gebiet Wettingen-Würenlos beurteilt der Regierungsrat als «teilweise kritisch». Er verlangt Massnahmen, um die vorgesehene Doppelbelastung durch den Tag- und den Nachtbetrieb im betroffenen Gebiet zu vermeiden oder wesentlich zu reduzieren.

Positiv erwähnt die Aargauer Regierung, dass der Flughafen Zürich die erforderlichen Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit konsequent umsetzen will. Die Verschiebung der Startroute ermögliche, dass Flugzeuge, die nach dem Start Richtung Osten abdrehten, nicht mehr über dem Aargau «ausholen» müssten.

Weniger Flugzeuge über dem Aargau

Mit dieser Änderung würden weniger Flugzeuge den Aargau überfliegen. Die Anzahl der Überflüge über den Aargau wird um rund 40'000 reduziert und damit fast halbiert. Diese Entlastung wird vom Regierungsrat begrüsst.

Die geplante Doppelbelastung des Gebiets Wettingen-Würenlos durch den Tag- und den Nachtbetrieb sei jedoch kritisch. Der Regierungsrat verlangt Massnahmen, um diese Doppelbelastung zu vermeiden oder deutlich zu reduzieren.

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