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Geschlossene Kinosäle – obwohl sie offen sein dürften
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 06.07.2020.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
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Folgen von Coronakrise Kinos wegen Filmemangel teilweise wieder geschlossen

Leere Kinosäle in der Region Aargau Solothurn: Die Situation sei «schwierig», «katastrophal», «bedrohlich», es sei «ein schlechtes Jahr», sagen Aargauer und Solothurner Kinobetreiber gegenüber SRF. Viele haben kaum Gäste und sind teilweise unterdessen sogar wieder geschlossen, weil das Publikum fehlt. Die Gäste fehlen aber nicht wegen der Schweizer Corona-Situation, sondern weil man in der Schweiz vom Ausland abhängig ist. Die Filmverleiher verschieben ihre Filmstarts und so gibt es keine neuen, grossen Filme für unsere Kinos.

Internationaler Filmmangel trifft unsere Kinos: Grosse Filme wie «Tenet» oder «Mulan» sollten eigentlich in diesen Wochen auf den Kinoleinwänden starten. Weil aber die Coronakrise in den USA, in England oder auch Deutschland keine oder kaum Kinobesuche zulässt, verschieben die Filmverleiher die Kinostarts erneut. Für die Filme zählt die Anzahl Besucher, wenn es um den Filmerfolg geht. Das trifft die Aargauer und Solothurner Kinos hart, wie eine kleine Umfrage zeigt. Die Kinos in Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg und Solothurn haben alle dasselbe Problem: Ohne grosse Filme fehlt das Publikum. «Wir schaffen es über den Sommer, aber einfach ist es nicht», sagt Mark von Gunten von der Solothurner Cinesol AG.

«Kino vorübergehend geschlossen»: In Lenzburg und Solothurn hat man reagiert, und Kinos ganz oder teilweise geschlossen. Auch in Aarau wird nur eines von zwei Kinos betrieben. «So legen wir drauf. Wir haben unser Kino nun bis zirka Mitte August geschlossen», heisst es beim Lenzburger Familienbetrieb Baumann, der die Kinos Urban und Löwen führt. Das habe das Team am Sonntagabend schweren Herzens entschieden. Ein Angestellter werde auf Kurzarbeit gesetzt, die anderen beiden im festen Team können auf eine Rente zählen. Die Kinobetreiber in Aarau haben auch eines der beiden Kinos geschlossen (Kino Schloss), das Kino Ideal ist nur Donnerstag bis Sonntag geöffnet, erklärt Betreiber Rolf Portmann gegenüber SRF.

Anzeieg
Legende: So steht es im Anzeiger der Region Solothurn. SRF

Ein Teufelskreis: Genau gleich klingt es bei Kinobetreibern in Brugg oder Baden. «Die guten Filme, die grossen, mit Werbebudgets, fehlen», heisst es zum Beispiel bei den Brugger Kinobetreibern (Oden, Excelsior) auf Anfrage. «Es ist wie das Huhn und das Ei. Ohne grosse Filme kommen zu wenig Leute ins Kino, aber ohne das Publikum werden die grossen Titel nicht lanciert», sagt Mark von Gunten von der Solothurner Cinesol AG, deren Kinos Palace und Capitol momentan geschlossen bleiben. Er hofft auf einen guten Herbst, auf volle Kinosäle, weil die Filmverleiher dann so richtig loslegen. «Abschätzen können wir es aber nicht, es ist ein Gefühl», so von Gunten.

Menschen in einem Kino
Legende: Keystone

Konkurrenz als weiteres Problem? Die Konkurrenz von Plattformen wie Netflix oder Disney trifft die Kinos seit Längerem. Im Sommer kommen Auto- und Openair-Kinos hinzu. Sind sie ein weiteres Problem, das den Kinos schadet? Nein, heisst es bei diversen regionalen Kinobetreibern. «Wir finden Autokinos sogar gut. Sie machen den Leuten bewusst, dass es den Film noch gibt», sagt Mark von Gunten von der Solothurner Cinesol AG. Zudem hätten Auto- und Openairkinos nicht dieselben Filme und nicht dasselbe Publikum, wie Kinos, die Aktuelles zeigten, heisst es etwa in Lenzburg auf Nachfrage.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die Kinos werden als Bindeglied zwischen Filmindustrie und Publikum zerrieben. Die Filmindustrie ist in erster Linie auf den höchstmöglichen Profit aus, während die Konsumenten ein vielfältiges Freizeitangebot haben und auch für gute Filme nicht mehr aufs Kino angewiesen sind. Neben Hollywood Blockbuster gibt es sie noch, die anspruchsvollen Filme. Doch damit lassen sich nicht alle Schweizer Kinos kostendeckend betreiben. Einfach werden die nächsten Jahre sicher nicht für die Kinos hierzulande.
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  • Kommentar von Martin Ebnöther  (Venty)
    Es gaeb noch viel, was man auf so einer Kinoleinwand zeigen koennte. Seien es nun Serien (mit Netflix etc. koennte man sicher verhandeln) oder E-Sports Ereignisse. Es zeigt sich halt, wie festgefahren die Filmwirtschaft so als Ganzes ist. Wenn hier ueberhaupt mal etwas Neues gewagt wird, dann ists hoechstens ein neuer Geschmack bei den angebotenen Eis-Am-Stil-Sorten. Von einem darwinistischen Standpunkt aus gesehen kann man da halt nur nachwinken.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Es wird in erster Linie nur das produziert, was sich finanziell lohnt und mit ziemlicher Sicherheit ein Erfolg wird. Fortsetzungen, Remakes und Superhelden also. Daneben gibt es zwar immer wieder Neues und auch Anspruchsvolles, doch da ist das Publikum halt überschaubar. Das grosse Geld verdient an guten Kino leider niemand. Auch kann sich das Kino nicht gross neu Erfinden. Es gibt zuwenig freie Nischen und zuviel Kinos in der Schweiz.
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  • Kommentar von Xaver Aerni  (Xari)
    Die Kinos müssten sich neu erfinden. Wie so nicht ein Reprisenfestival.
    Z. B. Aeltere Filmhits wiederholen in einer kurzen Zeit. Es gäbe genügend Leute die Fluch der Karibik, Star Wars, Star Trek, Sceem etc.. Wieder mal im Kino sehen würden.
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    1. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      Avatar in richtigem Kino 3D wär mal wieder was! ;-)
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