Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio «Keine Gemeindeaufgabe, aber...» abspielen. Laufzeit 06:48 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 16.08.2019.
Inhalt

Gemeinden kaufen Restaurants Wenn die Gemeinde auch Beizerin ist

In Büsserach wird am Sonntag darüber abgestimmt, ob die Gemeinde ein Restaurant kaufen soll. Andere Solothurner Gemeinden haben dies bereits getan. Zwei Beispiele.

Ein Restaurant als Zugabe: Die Gemeinde Feldbrunnen kaufte 2004 ein Gebäude im Dorfzentrum, um die Gemeindeverwaltung zentral unterzubringen. Dass sich im gleichen Haus ein Restaurant befand, war nebensächlich. Der «Durstige Wanderer» war gut besucht, die Gemeinde hatte nichts mit dem Betrieb zu tun.

Frau in Restaurant vor Kaffeetasse.
Legende: SRF

Nach Pächterwechseln stand das Restaurant zwei Jahre leer. Da sei über einen Verkauf nachgedacht worden, sagt Gemeindepräsidentin Anita Panzer. Man habe aber einen anderen Weg gewählt. Die Gemeindeversammlung bewilligte einen Kredit von 200'000 Franken für einen Umbau und seit 2018 wirtet eine Genossenschaft mit Leuten aus dem Dorf. Der Betrieb wird nun erfolgreich unter dem Namen «Buchser Bar und Chuchi» geführt.

Soll Büsserach die «Traube» kaufen?

Gelbes Restaurant.
Legende:SRF

Am 18. August entscheidet die Stimmbevölkerung von Büsserach darüber, ob die Gemeinde das Restaurant «Traube» kauft. Es geht um einen Kredit von 1.7 Millionen Franken für Kauf und Sanierung der Liegenschaft im Dorfzentrum. Dass es zur Urnenabstimmung kommt, hat die Gemeindeversammlung entschieden.

Der Gemeindepräsident argumentiert, man wolle mit dem Kauf einen Treffpunkt für die Vereine erhalten, das letzte traditionelle Restaurant im Dorf. Zudem sei das Grundstück wichtig für die künftige Entwicklung der Gemeinde.

Ein Gegenkomitee findet, der Kauf eines Restaurants mit Steuergeldern sei nicht Aufgabe einer Gemeinde. Andere Betriebe würden konkurrenziert. Auch kämen mit der Sanierung der Liegenschaft hohe Kosten auf die Gemeinde zu.

Die Gemeinde als Mit-Retterin: Die Besitzer des Restaurants «Schlüssel» in Aedermannsdorf wollten sich 2017 pensionieren lassen. Ein Käufer für den Betrieb war aber nicht in Sicht. Unter der Führung von Gemeindepräsident Bruno Born gründete sich ein Verein, der das Restaurant kaufte. Auch die Gemeinde trat als Geldgeberin auf.

Altes Restaurant.
Legende: SRF

Wie seine Amtskollegin in Feldbrunnen betont auch Born, dass es eigentlich keine Gemeindeaufgabe sei, ein Restaurant zu betreiben. «Es wäre aber die letzte Beiz im Dorf gewesen, die hätte schliessen müssen.» Die Gemeinde wollte deshalb einen Treffpunkt für die Dorfbevölkerung und die Vereine erhalten.

Mann in blau-weiss-kariertem Hemd.
Legende: SRF

Seit Anfang des Jahres ist der Verein – und damit die Gemeinde Aedermannsdorf – nicht mehr Besitzer des Restaurants «Schlüssel». Ein Freund des aktuellen Pächters kaufte die Liegenschaft. Ein grosser Glücksfall, meint Bruno Born. Es sei aber immer die Absicht des Vereins gewesen, das Restaurant weiter zu verkaufen. Mit dem Verein wäre es nicht möglich gewesen, die anstehenden Investitionen zu tragen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Nur weiter so! Die Gemeinden sollen doch neben dem Detailhandel auch noch die Erhaltung von Postfilialen, Arztpraxen und neu also auch Beizen subventionieren. Dann kann man sich wieder über die hohen Steuern beklagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Die Gemeinden müssen natürlich aufpassen, dass sie sich dabei finanziell nicht übernehmen. Aber dörfliche Strukturen erhalten ist je nach dem schon sinnvoll, auch aus wirtschaftlichen Gründen. Das gesellschaftiche Umfeld hat sich halt sehr verändert: Die meisten sind viel mobiler und hängen dazu im in den "sozialen" Medien oder sonst im Internet, so wie wir gerade jetzt auch.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Die Gemeinden müssen natürlich aufpassen, dass sie sich dabei finanziell nicht übernehmen. Aber dörfliche Strukturen erhalten ist je nach dem schon sinnvoll, auch aus wirtschaftlichen Gründen. Das gesellschaftiche Umfeld hat sich halt sehr verändert: Die meisten sind viel mobiler und hängen dazu im in den "sozialen" Medien oder sonst im Internet, so wie wir gerade jetzt auch.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen