Geothermie-Nutzung ist im Aargau nicht tot

Trotz des Erdbebens in St. Gallen wollen die Geothermie-Befürworter weiterhin ein Geothermie-Kraftwerk im Aargau. Dieses soll jedoch ausserhalb der grossen Gemeinden entstehen. Damit wären die Risiken kleiner.

Es ist ein ambitioniertes Ziel: Bis in sieben Jahren soll es im Kanton Aargau ein erstes Geothermie-Kraftwerk geben, das Strom produziert. Dies plant der Verein Geothermische Kraftwerke Aargau, zu dem die Energieanbieter wie etwa AEW oder IBA gehören.

Im Vordergrund ist ein Bohrkopf mit drei Rädern zu sehen, im Hintergrund hinter Zäunen steht der Bohrturm. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach den Erdbeben in St. Gallen stehen die Bohrarbeiten beim Geothermieprojekt still. Keystone

Nach dem Erdbeben in St. Gallen zeigt sich der Präsident des Vereins, Mark Eberhard, zwar beunruhigt. Ein Beben mit dieser Stärke hätte er nicht erwartet, erklärte er gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Jedoch sei das Risiko im Aargau kleiner.

Das Problem in St. Gallen war, dass Gas aus dem Bohrloch strömte. Um dies zu verhindern, pumpten die Arbeiter daraufhin Wasser ins Bohrloch. Der Wasserdruck löste dann das Erdbeben aus. Im Aargau sei dieses Risiko kleiner, da es im Aargauer Boden kaum Gas hat.

Erdbeben auch im Aargau möglich

Ganz können die Befürworter der Geothermie-Nutzung jedoch auch ein Erdbeben im Aargau nicht ausschliessen. Deshalb sei es wichtig, dass die Bohrungen nicht in der Nähe von grösseren Gemeinden stattfinden. Damit wären die Schäden bei einem Erdbeben kleiner.

Wann letztlich die Energieanbieter ein Geothermie-Kraftwerk im Aargau bauen, ist noch offen. Zuerst muss die Finanzierung gesichert werden. Zudem müssten die Energieanbieter eine Bewilligung für die nötige Bohrung beim Kanton einholen.

Für die Stromproduktion sind Bohrlöcher von über 4000 Meter Tiefe nötig. Nur so weit unten ist das Wasser auch heiss genug. Weiter oben kann die Erdwärme nur zum Heizen genutzt werden.