Gesucht: Depot für Dampfzüge in Solothurn

Ende August ist es wieder soweit: Zwischen Solothurn und Büren finden die beliebten Dampfbahn-Fahrten statt. Die historischen Züge haben allerdings eine lange Anfahrt. Die Veranstalter suchen deshalb ein Depot in der Region Solothurn. Auch bei der ehemaligen Papierfabrik Biberist hat man angefragt.

Dampflok der Attisholz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Früher fuhr diese Lok auf dem Werkgelände der Attisholz, jetzt steht sie Ende August in Solothurn im Einsatz. zvg

Seit Jahren führt der Verein Dampfbahn Bern (DBB) mit seinen historischen Loks und Wagen Plauschfahrten zwischen Solothurn und Büren durch. Die nächsten finden am 31. August statt. Der Fahrplan der Dampfbahn wird abgestimmt auf die Aareschifffahrt. Wer will, kann mit dem Zug nach Büren und mit dem Schiff zurück nach Solothurn fahren.

Im Einsatz steht Ende August ein altes Lökeli der Gürbetalbahn (siehe Bild). «Das ist die gleiche Lok, die ab 1926 bei der Cellulose-Fabrik Attisholz als Werk-Lok im Einsatz stand», weiss Hansruedi Kronenberg von der DBB zu erzählen.

Solothurn ist ideal, aber…

Die Strecke Solothurn-Büren ist ideal für die Dampfbahn. Für den Personenverkehr wurde die Strecke längst stillgelegt, nur noch ein Güterzug pro Tag ist hier unterwegs. «Wir kommen niemandem in den Weg», weist der Grenchner Kronenberg auf einen grossen Vorteil hin.

Deshalb möchte die DBB auch weiterhin ab Solothurn fahren. Allerdings ist dies kein einfaches Unterfangen. Kämpfte die DBB in früheren Jahren mit Sicherheitsauflagen und um Bewilligungen, macht ihr aktuell der lange Anfahrtsweg Sorgen. Seit der Verein seine Werkstätte von Burgdorf nach Konolfingen zügeln musste, ist der Weg nach Solothurn nochmals um einige Kilometer länger geworden.

Konflikt mit dem Gesetz

«Wenn mir am Morgen früh in Konolfingen starten müssen und erst am Abend spät heimkehren, geht es nicht mehr auf mit dem Arbeitszeit-Gesetz», klagt Kronenberg. Der Verein muss normal ausgebildete Lokführer beschäftigen, so verlangt es das Bundesamt für Verkehr. Und er muss die Vorschriften bezüglich Arbeitszeit einhalten, wie normale Bahnbetriebe auch.

An langen Tagen muss der Dampfbahn-Verein die Schichten deshalb doppelt oder dreifach besetzen. Bei zwei Loks braucht es also schnell einmal sechs Lokführer. Nur: Der Verein hat zunehmend Schwierigkeiten, Lokführer zu finden, welche in ihrer Freizeit noch ehrenamtlich mit historischen Zügen herumfahren.

Finanzielle Sorgen

Am liebsten würde die DBB deshalb eine Lok und vier Wagen in der Region Solothurn stationieren. Dann würden der lange Anfahrtsweg und ein Teil der Personalsorgen wegfallen. Seit geraumer Zeit sucht sie deshalb einen Unterstand für einen Zug, oder ein Stück Land, auf dem ein solcher Unterstand mit Gleisanschluss gebaut werden könnte.

Ob bestehendes Depot oder noch zu bauender Gleisanschluss: Beides ist nicht billig, weiss Hansruedi Kronenberg vom Dampfbahn-Verein: «Wir haben an verschiedenen Orten Kontakte geknüpft und sind am Abklären, was machbar wäre. Der grosse Stein, der uns im Weg liegt, ist in erster Linie die Finanzierung».

Depot in Biberist?

Am besten wäre natürlich, die DBB könnte ein Depot gleich an der Linie Solothurn-Büren errichten. Sie hat sich aber auch schon in Luterbach bei der ehemaligen Borregaard und in Biberist bei der ehemaligen Papierfabrik umgesehen. Beide Fabrikareale sind mit Gleisen erschlossen. «Wir haben dort die Fühler schon ausgestreckt. Aber das wird wahrscheinlich an den Finanzen scheitern», sagt Kronenberg.

Vorläufig fahren die historischen Züge der DBB deshalb noch aus Konolfingen nach Solothurn, wenn hier Dampfbahn-Fahrten auf dem Programm stehen. Das nächste Mal Ende August.