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Dieter Egli, SP-Grossrat und Präsident des Verbandes Aargauer Kantonspolizei, über die sinkende Hemmschwelle gegenüber Polizisten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 30.10.2019.
abspielen. Laufzeit 05:45 Minuten.
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Gewalt gegen Beamte «Polizisten sollten wieder mehr Freund und Helfer sein können»

Personen, die Gemeindeangestellte bedrohen, Polizisten, die angegriffen werden, Spitalpersonal, das mit randalierenden Patienten umgehen muss. Von solchen Vorfällen hört man heute immer häufiger. Polizisten zum Beispiel erleben im Berufsalltag ab und zu Beschimpfungen, Bedrohungen und auch mal Gewalt gegen sich, das zeigt auch ein aktueller Gerichtsprozess in Aarau. Ein Mann randaliert betrunken im Kantonsspital Aarau und greift dann die deswegen angerückte Polizei an.

Dieter Egli ist Präsident des Verbands Kantonspolizei Aargau. Er hat einen Überblick über solche Vorfälle und und macht sich auch Gedanken über mögliche Lösungsansätze.

SRF News: Ist es nach Ihrer Erfahrung heute tatsächlich so, dass Polizisten im Alltag immer öfters Beschimpfungen, Bedrohungen und Gewalt erleben?

Dieter Egli:Ja, leider passiert das immer wieder und es nimmt tendenziell auch zu. Kantonspolizisten werden bei den Einsätzen auf verschiedene Arten angegriffen. Die Hemmschwelle der Leute ist gesunken. Beschimpfungen, Bespucken, körperliche Angriffe gehören unterdessen dazu.

Warum kommt es zu solchen Situationen?

Kantonspolizistinnen und Kantonspolizisten sind exponiert, sie kommen in Ausnahmesituationen zum Einsatz. Die Polizisten sind natürlich schon daran gewöhnt, sie müssen mit allem rechnen. Trotzdem stellen sie in letzter Zeit fest, dass die Leute aggressiver geworden sind.

Die Polizisten, die als Erste auf Platz sind, werden beschimpft oder bedroht.

Jene, die als Erste auf Platz sind, werden beschimpft oder bedroht, das sind dann eben die Polizisten.

Haben die Fälle zugenommen oder werden sie nicht eher wegen der medialen Berichterstattung vermehrt wahrgenommen?

Das ist eine gute Frage. Solche Situationen sind natürlich nicht absolut alltäglich. Die Fälle nehmen zu, aber auch die Sensibilisierung dafür nimmt zu. Ich denke aber, es ist nicht nur «gefühlt», dass sich solche Situationen häufen. In der Mehrheit der Fälle ist es vielleicht nicht direkte Gewalt, sondern Beleidigungen oder andere «Kleinigkeiten». Aber auch das frustriert die Polizisten, die ihren Job machen.

Politische Vorstösse verlangen strengere Gesetze oder ein härteres Vorgehen. Ist das eine Lösung?

Es gibt tatsächlich Vorstösse auf kantonaler und auch auf Bundesebene. Sie sind aber nicht das einzige Mittel um das Problem zu lösen. Gewalt gegen Polizisten ist ein gesellschaftliches Problem. Es braucht deshalb auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung. Man muss den Leuten besser erklären, was die Aufgabe der Polizei ist, warum kommt sie und was sie macht.

Wie gelingt das?

Es ist auch ein Ressourcenproblem. Wenn die Polizei nicht genug Personal hat und nur in Extremsituationen auftaucht, dann nimmt man sie nur dann wahr. Wenn die Polizei wieder präsenter sein könnte im Alltag, als «Freund und Helfer», wäre es einfacher die Leute zu erreichen.

Das Gespräch führte Stefan Brand.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Schutz der Polizei! Klare, rigide Haltung gegenüber Chaoten, Extremisten, Gewalttäter!
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  • Kommentar von Jimmy Schenk  (Jimmy Schenk)
    Ich habe persönlich nichts gegen die polizei. Mich stören einige gesetze in der schweiz. Beispielsweise darf man an verbrecher waffen verkaufen, weil man nicht davon ausgehen kann dass diese gegen menschen eingesetzt werden aber wenn einer kifft ist er ein verbrecher. Und gewisse polizisten haben eine gewisse machtgeilheit. Deshalb verstehe ich den unmut gegen die polizisten teilweise sehr gut.
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