Gondelbahn auf Weissenstein kann gebaut werden

Grünes Licht für eine neue Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg Weissenstein. Der Schweizer Heimatschutz verzichtet darauf, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts weiterzuziehen. Damit wird der alte Sessellift definitiv abgebrochen.

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Bildlegende: Die Belegschaft der Seilbahn Weissenstein AG wartete gespannt auf das grüne Licht für die neuen Gondeln. zvg

Der Heimatschutz teilte am Mittwoch mit, dass er auf eine Überprüfung des Entscheids durch das Bundesgericht verzichte. Dieser Entscheid sei nach einer sorgfältigen Analyse mit Experten und in Absprache mit der Solothurner Sektion des Heimatschutzes gefallen, sagte Adrian Schmid, Geschäftsführer des Heimatschutzes gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn am Mittwoch.

«  Wir mussten akzeptieren, dass das Gericht den Eingriff in das geschützte Gebiet des Weissensteins als leicht beurteilt hat. »

Adrian Schmid
Geschäftsführer Schweizer Heimatschutz

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Positive Reaktionen

Positive Reaktionen

Eine Umfrage in der Stadt Solothurn zeigt: Der grössere Teil der Bevölkerung ist glücklich, dass wieder eine Bahn auf den Weissenstein fährt. «Sensantionell, endlich!», meinte etwa eine ältere Dame aus der Region. Ob Sessel- oder Gondelbahn spielt vielen Leuten kaum eine Rolle.

Der Heimatschutz bedauert das Ende der historischen Sesselbahn auf den Weissenstein. Es gehe ein einzigartiger Zeuge der schweizerischen Bahntechnik- und Fremdenverkehrsgeschichte unwiderruflich verloren, heisst es in der Mitteilung des Heimatschutzes.

Aus Sicherheitsgründen abbrechen

Das Bundesamt für Verkehr hatte 2012 die Bewilligung für den Abbruch der 1950 erstellten Sesselbahn und den Neubau einer neuen Sechser-Kabinenbahn erteilt. Der Heimatschutz gelangte dagegen ans Bundesverwaltungsgericht, das seine Beschwerde abwies.

Nach Ansicht der Richter steht fest, dass die Sesselbahn aus Sicherheitsgründen nicht mehr weiterbetrieben werden kann. Eine Sanierung mache keinen Sinn, da ausgerechnet jene Teile verschwinden müssten, welche der Heimatschutz aus denkmalschützerischen Gründen als erhaltenswert erachte.

Das einzig Positive für den Schweizer Heimatschutz an der abgelehnten Beschwerde ist das Versprechen der Bahnbetreiber, dass der alte Anlage dokumentiert wird und eine Ausstellung von alten Bahnteilen in der neuen Talstation geplant ist. Der Heimatschutz werde auf Wunsch dazu einen finanziellen Beitrag aus dem Fonds Historische Verkehrsmittel des Schoggitaler 2010 leisten.

Neubau ab Herbst geplant

Wie Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG gegenüber Radio SRF sagte, soll noch in diesem Herbst mit dem Neubau begonnen werden. Spätestens im Herbst 2014 sollte die neue Seilbahn dann betriebsbereit sein.

«  Die Ampeln stehen auf Grün und wir können loslegen. »

Konrad Stuber
Geschäftsführer Seilbahn Weissenstein AG

Die Weissenstein-Sesselbahn führt vom Bahnhof Oberdorf SO in zwei Sektionen über die Zwischenstation Nesselboden auf den 1280 Meter hohen Weissenstein. Zu den auffälligsten Merkmalen der alten, 2009 stillgelegten Bahn gehörten die quer zur Fahrtrichtung hängenden Zweiersessel.

Jürgen Hofer, Direktor von Solothurn Tourismus, freut sich ebenfalls über den Entscheid. "Wir sind sehr glücklich, dass wir nun die Handbremse lösen können und einen unserer touristischen Leuchttürme wieder zum Strahlen bringen können", sagt Hofer. Der Solothurner Tourismusdirektor will den Berg nun als Familienberg vermarkten.