Grenchen: Sparen oder kühlen Kopf bewahren?

Der Gemeinderat der Stadt Grenchen hat am Dienstagabend die Rechnung 2015 genehmigt. Das Defizit von 2,2 Millionen Franken wurde einstimmig gutgeheissen. Nicht einer Meinung ist man sich bei der Frage, was wegen der roten Zahlen nun zu tun ist.

rote Linie, die nach unten zeigt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grenchens Finanzverwalter spricht von einem «Negativtrend». Das Netto-Vermögen sank 2015 auf 27 Franken pro Kopf. Colourbox

Die Stadt Grenchen hat 2015 weniger ausgegeben als budgetiert. Aber auch weniger eingenommen als vorgesehen. Die Steuereinnahmen waren 1,7 Millionen Franken tiefer als vermutet. Am Schluss resultierte so ein Defizit von 2,2 Millionen Franken.

Es ist das zweite Defizit in Folge. Und das dritte kündigt sich bereits an. Es deute alles darauf hin, dass das budgetierte Defizit 2016 eintreffe, sagte Finanzverwalter David Baumgartner am Dienstagabend an der Gemeinderatssitzung.

Was ist zu tun? Die Fraktionssprecher waren sich nicht einig:

  • FDP: «Es gilt, die Verschuldung mit allen Mitteln zu bekämpfen», machte Renato Müller die Meinung der Freisinnigen klar.
  • SP: «Es gilt jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren», meinte Remo Bill und warnte vor politischen Schnellschüssen. Die Bautätigkeit stimme ihn positiv, die Steuereinnahmen würden wieder steigen.
  • SVP: Die Wirtschaft werde in den nächsten Jahren holpern, konstatierte Ivo von Büren: «Wir probieren zwar, zu sparen, der Gemeinderat ist tüchtig, aber es reicht nicht».
  • CVP: Matthias Meier-Moreno will bessere Steuerzahler in Grenchen ansiedeln: «Es braucht qualitatives Bevölkerungswachstum, kein quantitatives».

In wenigen Wochen wird der Gemeinderat den Finanzplan besprechen und sich überlegen müssen, wie er die Weichen für die finanzielle Zukunft Grenchens stellen will.

Die Rechnung 2015 muss derweil noch von der Gemeindeversammlung genehmigt werden.