Grenchner «Sunnepark» zu gross? «Nein», sagt der Investor

Die Gemeinderatssitzung in Grenchen war lang – und turbulent. Der Gestaltungsplan zum Wohn- und Pflegezentrum «Sunnepark» erhitzte die Gemüter. Eine Mehrheit der Gemeinderäte wollte zunächst gar nicht erst auf das Geschäft eintreten. Dass das Geschäft so umstritten ist, versteht der Investor nicht.

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Bildlegende: So sehen die Wohnblöcke laut Projektplan aus. Doch aus Bevölkerung und Politik kommt Kritik.. SRF

Auf dem Areal des alten Spitals in Grenchen sollten ursprünglich etwa 100 (Alters-)Wohnungen gebaut werden, zusätzlich zum schon bestehenden Alters- und Gesundheitszentrum. Doch die Pläne des Investors haben sich seit dem Jahr 2009 verändert, sie sind grösser geworden. Es sollen nämlich rund 160 Wohnungen sein für alte Menschen, aber auch für Familien.

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Bildlegende: Ungefähr so könnte die Überbauung Sunnepark in Grenchen dereinst aussehen, sofern es im Gemeinderat Einigkeit gibt. zvg

Klärende Sitzung hat nichts gebracht

Die Wohnüberbauung heisst «Sunnepark» und der Gemeinderat Grenchen tut sich schwer mit diesem Geschäft. Im letzten November hat er den «Sunnepark» kurzfristig von der Traktandenliste gestrichen, weil noch offene Fragen geklärt werden mussten.

Aus diesem Grund gab es eine Sitzung mit dem Investor, dem Gemeinderat sowie 42 Anwohnern, die das Projekt kritisiert hatten. Gebracht habe das wenig, hiess es am Dienstag im Gemeinderat. Der Investor sei nicht auf die Einwände der Anwesenden eingegangen und habe an seinen Plänen ohne Wenn und Aber festgehalten. Erneut wurde deshalb im Gemeinderat kritisiert, dass das Projekt zu gross sei.

«  Wir haben oft gesagt, dass es zu hoch, zu massig ist. Aber die Bauherrschaft hat sich nicht kompromissbereit gezeigt. »

Angela Kummer
SP-Gemeinderätin der Stadt Grenchen

Sieben Gemeinderäte waren so unzufrieden, dass sie das Geschäft beerdigen wollten. Weil es gegen dieses Nicht-Eintreten zunächst nur vier Gegenstimmen gab, musste Stadtpräsident François Scheidegger den «Sunnepark» sichtlich genervt ad acta legen.

Doch nach einer halben Stunde sah die Welt wieder anders aus: Hubert Bläsi von der FDP stellte einen Rückkommensantrag. Man sei sich im Gemeinderat ja einig, argumentierte Bläsi, dass Handlungsbedarf bestehe, weswegen das Projekt ja nicht gleich komplett verworfen werden müsse. Er forderte, dass der Investor zumindest die Gelegenheit für eine Überarbeitung erhalten sollte.

«  Der Investor sollte die Möglichkeit zur Nachbesserung bekommen. »

Bläsi Hubert
FDP-Gemeinderat der Stadt Grenchen

Dem Rückkommensantrag von Bläsi stimmten die Gemeinderäte schliesslich knapp mit sieben zu sechs Stimmen zu. Richtig beschlossen ist damit allerdings nichts. Das Projekt «Sunnepark» muss nach allfälligen Anpassungen erneut vom Gemeinderat Grenchen behandelt werden. Wann genau, ist noch unklar.

Investor hält an jetzigem Projekt fest

Willy Gyger ist Geschäftsführer der Sunnepark Grenchen AG und versteht nicht, warum das Projekt der Überbauung Sonnenpark beim Gemeinderat so kontrovers diskutiert wird. Das Projekt wurde im Verlaufe der Planungsphase grösser, weil es rentabel sein muss, entgegnet Gyger auf die Vorwürfe. In der jetzigen Variante könnten die Wohnungen zu einem vernünftigen Preis angeboten werden. Gyger glaubt nämlich nicht, dass eine Nachfrage nach teureren Wohnungen bestehen würde in Grenchen.

Gyger hält also fest an seinem Projekt, so wie es jetzt steht. Er ist überzeugt, dass der Gemeinderat nicht so entschieden hätte, wenn alle Gemeinderäte an den Sitzungen teilgenommen hätten, an denen das Projekt erläutert wurde. Diese Informationslücken will Gyger nun füllen, damit den Wohnungen des Sunneparks bald nichts mehr im Wege stehen.