Grosse Aargauer Berufsschulen unterstützen Regierung

Die Berufsschulen Aarau, Baden und Lenzburg setzen sich nun offensiv für ihre Standorte ein und nehmen die Schliessung der Berufsschule in Rheinfelden in Kauf. In einem Brief an Politiker und Gemeinden unterstützen sie einen Vorschlag der Regierung und sorgen damit für Unmut im Fricktal.

Variante Alpha – so der wenig aussagekräftige Titel des regierungsrätlichen Vorschlags zur Zukunft der Berufsschul-Standorte im Aargau. Aber der Vorschlag hat es in sich.

Junge Männer in der Berufsschule mit allerlei technisch-elektronischem Gerät auf dem Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wohin müssen welche Lehrlinge im Aargau künftig zur Schule? Die Frage sorgt für Konflikte zwischen den Berufsschulen. Keystone

Er sieht nämlich vor, dass die kleine Berufsschule Fricktal in Rheinfelden geschlossen wird. Und just diesen Vorschlag unterstützen nun die drei grössten Berufsschulen Aarau, Baden und Lenzburg – und das öffentlich und mit einigem Einsatz.

Die drei Rektoren der grössten Berufsschulen unterstützen in einem Brief an Grossräte und Gemeinden nämlich die Variante Alpha und damit indirekt auch die Schliessung des Standortes Rheinfelden. «Wir wollen aufzeigen, dass die Variante Alpha eine gute Variante für die Berufsbildung ist», begründet der Rektor der Berufsschule Aarau, Ueli Meyer, das Engagement. Damit sorgt er aber für Unmut im Fricktal.

Die Bildung soll zählen, nicht eigene Interessen

Hans Marthaler, Rektor der Berufsschule Rheinfelden, findet dieses offensive Auftreten der grossen Berufsschulen nicht gut: «Wir waren überrascht und hätten mehr Zurückhaltung erwartet.» Auch sei man enttäuscht, dass so leichtfertig die Schliessung des kleinen Standortes Rheinfelden gefordert wird.

Ein solcher Entscheid sei keinesfalls leicht, erwidert der Aarauer Rektor. Man habe volles Verständnis dafür, dass der Standort um seine Existenz kämpfe. Dennoch halte man es für nötig, auch die Sicht der grossen Schulen klar zu kommunizieren und diese fänden die Variante Alpha halt am besten.

Man wolle keinen Konflikt untereinander, denn bisher sei die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Berufsschulstandorten sehr gut gewesen, heisst es überall. Ebenso betonen beide Rektoren, dass am Schluss das Wohl der Schüler und die Qualität der Ausbildung im Zentrum stehen müsse und nicht eigene Schulinteressen. Der Konflikt zwischen den Schulstandorten spitzt sich also etwas zu. Eine Eskalation möchten aber alle Involvierten vermeiden.