Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Grosser Rat Aargau Stipendien: Aargau soll «knausrigster» Kanton werden

Das ändert: Das neue Stipendiengesetz im Aargau steht. Für Aargauer Studenten soll es noch etwas schwieriger werden Stipendien zu erhalten. Der Kanton setzt vermehrt auf Darlehen. Studierende, die Anspruch auf Ausbildungsbeiträge haben, sollen einen Drittel der Stipendiensumme von höchstens 16'000 Franken als Kredit beim Staat beziehen. Das hat das Parlament entschieden.

Wer ist betroffen: Nach dem Ende der Ausbildung muss das Darlehen innerhalb von zehn Jahren zurückbezahlt werden. Davon betroffen wären 1200 Studierende. Die Stipendiensumme für diese Personen beträgt derzeit 9 Millionen Franken - davon würden künftig 3 Millionen Franken als Darlehen gelten. Ein ähnliches Modell kennen die Kantone Bern, Luzern, Thurgau und Uri.

Der Aargau im Vergleich: Das Stipendienwesen ist bei den Kantonen angesiedelt. Der Aargau wird im Stipendienwesen jedoch fortan den letzten Rang der Kantone belegen. Andere Kantone sind grosszügiger.

Volk muss entscheiden: Auf Antrag der SP wird die umstrittene Vorlage dem Volk zum Entscheid vorgelegt. Der Grosse Rat beschloss mit 45 Stimmen das Behördenreferendum. 35 Stimmen wären notwendig gewesen.

Die Debatte im Rat: Bürgerliche für Darlehen

Vorlesungssaal
Legende: Studenten an der Uni Zürich. Für die Aargauer unter den Studenten wird das Stipendienwesen im eigenen Kanton strenger. Keystone

SVP, FDP und CVP machten sich bereits bei der Beratung im September für das Splittingmodell mit Teilkredit stark. Gemäss SVP wird den Studierenden kein Geld weggenommen. Wenn Studierende arbeiten gehen müssten, um das Studium zu finanzieren, könnten sie wichtige Erfahrungen sammeln. Es gebe auch finanzpolitische Überlegungen.

Die FDP wies darauf hin, dass erst drei Jahre nach dem Studium der Teilkredit zurückbezahlt werden müsse. Im Zeichen des Spardrucks sei die Massnahme notwendig. Auch die CVP sprach sich für das Modell aus. Jeder müsse einen Beitrag leisten, um den Staatshaushalt auszugleichen.

Linke spricht von Armutszeugnis

Die SP nennt die Änderung ein «Armutszeugnis». Sie und die Grüne lehnten das Splittingmodell ab. Dieses widerspreche dem gleichberechtigten Zugang zur Bildung, machte die SP geltend. Die Grünen wiesen darauf hin, dass sich die Sparmassnahme nicht auszahlen werde. EVP/BDP lehnte das Splitting ebenfalls ab, da es der Chancengleichheit widerspreche. Gemäss GLP ist das Modell bildungspolitisch und finanzpolitisch nicht sinnvoll.

Regierung relativiert Sparpotenzial

Der Regierungsrat hatte sich ursprünglich gegen das Splittingmodell gewehrt. Mit Blick auf die zweite Lesung des Stipendiengesetzes schwenkte er um. Die finanzpolitischen Herausforderungen würden höher gewichtet als die bildungspolitischen, sagte Hürzeler.

Der Regierungsrat rechnet damit, dass der Kanton nicht 3 Millionen, sondern höchstens 1,5 Millionen Franken pro Jahr sparen könnte. Die Darlehen müssen nämlich bewirtschaftet werden.

Zudem erwartet der Regierungsrat, dass sich viele Studierende nicht verschulden wollen und einen Teilzeitjob annehmen. Damit würde sich die Studiendauer verlängern. Als Folge davon müsste der Aargau den Universitäten länger eine Abgeltung bezahlen.

Verlängert ein Drittel der Studenten und Studentinnen wegen des Verzichts auf ein Darlehen das Studium, fallen beim Kanton Mehrkosten von 570'000 Franken pro Jahr an.

Petition eingereicht

Vor der Schlussberatung im Parlament reichten die Aargauer Jungsozialisten und die Schülerinnenorganisationen der Kantonsschulen eine Petition gegen die Stipendienpläne beim Grossratspräsidenten ein. Die Petition «Finger ab de Rösti!» wurde von 1200 Personen unterzeichnet.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Die Hörsääle füllen mit finanzstarken Studenten aus dem Ausland und hochqualifiziertes Personal ebenfalls aus dem Ausland anstellen. Hauptsache der Kanton hat gespart! Gleichzeitig aber die MEI und über die vielen Ausländer in der Schweiz wettern, wie absurd ist denn das???
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marcel Halbeisen  (BadTicket)
    Gut so! Wir müssen alles mögliche unternehmen um unsere eigenen Leute von einer Top-Ausbildung fern zu halten. Denn schliesslich wollen die nachher hohe Löhne, das können wir mit Ausländern wesentlich billiger machen. Die rechte Politik geht da konsequent den Weg zum maximalen Profit in den eigenen Sack, die verstehen wie man so etwas machen muss!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stephan Roos  (SR)
    Wer will schon letzter sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen