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Viele Herausforderungen warten beim Bau von zwei zusätzlichen Kantonsschulen im Aargau
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Grossprojekt nimmt Fahrt auf Neue Kantis braucht der Aargau – und das reicht noch nicht

  • Mit einer neuen Entwicklungsstrategie will die Aargauer Regierung dem Engpass bei den Kantonsschulen entgegenwirken. Am Donnerstag hat der Regierungsrat die entsprechenden Pläne präsentiert.
  • Geplant ist unter anderem der Bau von zwei neuen Kantonsschulen sowie der Ausbau der bestehenden Schulstandorte. Der Aargau benötigt in den nächsten 25 Jahren Platz für rund 2000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler.
  • Zusätzlich sind kurz- und mittelfristig auch Massnahmen beim Schulbetrieb nötig, um den Anstieg zu stemmen.
  • Der Zeitplan für die Umsetzung der neuen Mittelschulstrategie ist eng, und sowohl Kosten als auch neue Schulstandorte dürften noch zu diskutieren geben.

Ausser in Zofingen sind alle sechs Aargauer Kantonsschulen bereits heute an ihrer Kapazitätsgrenze und teilweise deutlich überbelegt, wie aus dem Planungsbericht «Aargauer Mittelschulen» hervorgeht, den die Regierung am Donnerstag präsentiert hat. «Es ist jetzt an der Zeit, dass wir für die nächste Generation eine saubere strategische Planung für die Mittelschulen machen», betont der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler gegenüber SRF.

Und die aktuelle Situation verschärft sich zusehends. Wegen des allgemeinen Bevölkerungswachstums braucht es künftig Platz für rund 1500 zusätzliche Schülerinnen und Schüler. Hinzu kommt, dass auch 500 Jugendliche aus dem Fricktal, die heute in den Kantonen Basel-Land und Basel-Stadt ins Gymnasium gehen, künftig im Aargau zur Schule gehen sollen.

Es braucht in den nächsten 25 Jahren also einiges an zusätzlichem Schulraum im Aargau – ein Grossprojekt mit vielen Herausforderungen:

Herausforderung 1, die Standorte: Zwei neue Kantonsschulen möchte die Regierung bauen, eine im Fricktal und eine in der Region Brugg-Lenzburg. Wo genau die Schulen dereinst gebaut werden, muss die Politik entscheiden. Klar ist: Mehrere Gemeinden haben Interesse. Im Fricktal buhlen die Gemeinden Frick, Stein und Möhlin zusammen mit Rheinfelden um die neue Kanti. Im Aargauer Mittelland bewerben sich sicher Brugg, Windisch und Lenzburg.

Herausforderung 2, der Zeitplan: Der Fahrplan der neuen Strategie ist sportlich. Die Regierung möchte die beiden neuen Kantonsschulen 2028 bzw. 2030 gebaut haben. Angesichts der Komplexität der Bauprojekte, der geographischen Rivalitäten (siehe oben) und der einzelnen Schritte des politischen Prozesses ist eine Umsetzungszeit von knapp zehn Jahren ambitioniert, Verzögerungen kann es viele geben.

Herausforderung 3, die Übergangsmassnahmen: Da schon heute die meisten Aargauer Kantonsschulen überbelegt sind, und in den nächsten Jahren schon einige zusätzliche Schülerinnen und Schüler dazu kommen, braucht es rasche Übergangslösungen. Der Kanton denkt dabei an Änderungen im Schulbetrieb, zum Beispiel längere Schultage, grössere Klassen oder die Wiedereinführung der Schule am Samstagvormittag. Alles Massnahmen, die nicht nur bei Schülerinnen und Schülern auf wenig Gegenlieben stossen dürften.

Herausforderung 4, die Kosten: Alleine für die Baukosten der beiden neuen Kantonsschulen rechnet die Regierung aktuell grob mit total 140 Millionen Franken, das allerdings noch ohne Landkäufe. Die Ausbauten an den Kantonsschulen Baden und Wettingen sowie später in Aarau und allenfalls Wohlen dürften daneben auch nicht ganz günstig zu haben sein. Am meisten ins Gewicht fallen werden aber die künftigen Betriebskosten. Bei rund 1500 zusätzlichen Schulplätzen ist grob geschätzt mit jährlichen Kosten um 25 Millionen Franken zu rechnen. Viel Geld für einen Kanton, der in den letzten Jahren ein Sparprogramm ans nächste gereiht hat.

All diese Herausforderungen dürften in näherer oder fernerer Zukunft zum Thema werden, wenn sich das Aargauer Kantonsparlament mit den einzelnen Elementen der neuen Mittelschulstratgie beschäftigt, das erste Mal ist es im Herbst soweit.

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