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Eniwa-Chef: «Eine Stilllegung wäre überstürzt.»
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 25.05.2020.
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Heizen ohne Gas Bürgermotion fordert: Stadt Aarau soll Gasnetz stilllegen

Die Bürgermotion: Das ganze Gasleitungsnetz in Aarau soll bis in 30 Jahren stillgelegt werden, das fordert Philippe Kühni, Präsident der GLP Bezirk Aarau, in einer Bürgermotion an den Einwohnerrat. Damit soll es in Aarau ab 2050 nicht mehr möglich sein, mit Erdgas oder Biogas zu heizen. Das Netz soll in den nächsten 30 Jahren zwar noch unterhalten werden, aber keine neuen Gasleitungen dazukommen.

Klima- und Energie-Charta

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Bis in 30 Jahren soll die Schweiz in einer Gesamtbilanz kein CO2 produzieren, so will es der Bund im Rahmen der Energiestrategie 2050. Die Stadt Aarau unterstützt dieses Ziel aktiv und hat als eine von 14 Schweizer Städten ein Grundsatzdokument der Schweizer Klimaschutzbewegung unterschrieben. In dieser Charta steht, dass die Stadt bis 2050 CO2-frei sein soll.

Die Begründung: In der Stadt Aarau bestehe eine optimale Ausgangslage, um künftig auf fossile Energie bei den Heizungen zu verzichten, ist Motionär Philippe Kühni überzeugt. Es gebe bereits ein grosses Fernwärmenetz, dieses könne man noch weiter ausbauen. Ausserdem seien fast überall in Aarau Wärmepumpen oder Erdsonden möglich, um Gebäude zu heizen.

Wichtig sei, dass man nun Nägel mit Köpfen mache: «Bereits heute muss man die Stilllegung des Gasnetzes planen. Dies ist auch wichtig für die Immobilienbesitzer, dass sie Planungssicherheit haben», betont Kühni. Die Stadt Aarau soll mit dem Energieunternehmen Eniwa, welches das Netz betreibt, entsprechende Ausstiegspläne erarbeiten, so die Forderung. Wenn nötig, solle die Stadt, der die Eniwa fast komplett gehört, auch Druck machen auf ihr Energieunternehmen.

Das ist die Reaktion der Eniwa: Die Bürgermotion kommt für Hans-Kaspar Scherrer, CEO der Eniwa, nicht überraschend. Man kenne die Diskussionen über die Stilllegung von Gasnetzen. Aus seiner Sicht wäre eine Stilllegung auf dem Gebiet der Stadt Aarau «überstürzt». Das Netz selber stosse kein Co2 aus. Es sei aber eine einfache und günstige Leitungstechnologie, um auch erneuerbare Energie zu transportieren. Scherrer spricht von Gas aus Biomasse und von Gas aus Sonnenenergie (Methanisierung). Die Eniwa arbeite an solchen Lösungen. Deshalb sei es sinnvoll, das Gasnetz auch über 2050 hinaus zu betreiben.

Laut Hans-Kaspar Scherrer soll der Markt entscheiden, welche Technologien zur Wärmeerzeugung sich am Schluss durchsetzen werden. Mit dem Gasnetz und der Fernwärme habe man zwei gute Optionen. Letztlich würden die Kunden entscheiden, was sie wollten. Sollte jemand ein Gebäude planen für die nächsten 80 Jahre, könne er sich mit gutem Gewissen für einen Gasanschluss entscheiden. Sollte die Eniwa im Hinblick auf 2050 tatsächlich aus der Gasversorgung aussteigen, müsste sie dem Kunden Schadenersatz bezahlen, wenn dessen Heizung noch nicht amortisiert wäre.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 24.5.2020, 17:30 Uhr;

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