Herbstserie: «Ohne Innovation wäre KWC nicht mehr in Unterkulm»

Die Firma KWC stellt Armaturen her und beliefert heute rund 50 Länder mit Chrom-Wasserhahnen, Sanitär-Armaturen oder auch Lösungen für Gastroküchen. Über 300 Mitarbeitende sind für KWC Schweiz tätig. Nebst innovativen Produkte seien vor allem die Abläufe im Alltag innovativ, so CEO Roland Gloor.

Seit 1874 gibt es KWC in Unterkulm. Gegründet von Adolf Karrer als Produzent von Musikspieldosen entwickelte sich das Unternehmen nach 1902 rasch weiter. Spieldosen waren immer weniger gefragt, so stellte die Firma auf Armaturen um. Die Karrer Weber und Cie gab dem Unternehmen dann auch den heutigen Namen. 2012 lag das Umsatzvolumen bei 120 Millionen Franken. Für KWC Schweiz arbeiten über 320 Mitarbeitende, fast alle davon in Unterkulm. Darunter sind auch 27 Lehrlinge.

Innovation durch und durch

Wasserhahn goldfarben Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Armaturen von KWC aus Unterkulm werden zu 30 Prozent exportiert. Im Bild ein Wasserhahn aus Messing in der Produktion. KWC AG

Die Firma KWC stellt Armaturen für Küchen, Bäder oder Gastroküchen her. Als Grundmaterial wird Messing verwendet. «Im Volksmund sagt man Wasserhahn. Wir haben das aber nicht so gerne, wir sagen Armaturen», sagte Produktionsleiter Roland Affolter auf dem Firmenrundgang. Die Chrom-Armaturen haben schon einige Design-Preise gewonnen. Eine der neusten Erfindungen ist ein Wasserhahn, der sich per Fernbedienung schalten lässt. Dies ist zum Beispiel für körperlich Behinderte eine grosse Hilfe im Haushalt.

Solche Produkte seien innovativ, findet CEO Roland Gloor. Viel mehr seien aber der ganze Betrieb, die Abläufe, die Firmenkultur innovativ, betont der KWC-Chef im Interview mit dem Regionaljournal. «Die vielen kleine Puzzle-Teile machen den Betrieb aus. Ohne Innovation wäre der Standort in Unterkulm kaum haltbar gewesen», ist Gloor überzeugt. Nur so habe man die Produktion im Aargau behalten können.

Arbeiten nach japanischem Vorbild

Vor ein paar Jahren wurden die Abläufe in der Firma KWC überarbeitet. Nach dem Vorbild von «Lean Management», praktiziert bei Toyota in Japan, wurde die Arbeit im KWC-Werk umgekrempelt. Die Idee: Mitarbeiter sollen mithelfen, Abläufe zu verbessern. So wurde zum Beispiel ein Montage-Wagen erbaut, nach den Vorstellungen der Angestellten in der Fabrikationshalle. Genau dieses Einbinden der Mitarbeiter erlaube ein hohes Level an Innovation, ist CEO Roland Gloor überzeugt.

Die Produktivität sei so enorm hoch, die Firma konkurrenzfähig, so Gloor weiter. «Am Anfang waren die Angestellten skeptisch. Seit der Umstellung möchte niemand mehr zurück. Die Arbeit ist für alle interessanter geworden», ergänzt Produktionsleiter Roland Affolter. Die japanische Arbeitsmethode (darunter Kaizen) wird von der Produktion bis in die Chefetage gelebt, versichert KWC auf dem Firmenrundgang. Man zeige diese Abläufe auch gerne der Konkurrenz: «Bis die uns kopiert haben, sind wir schon wieder einen Schritt weiter» – so das Motto der Wynentaler Firma.

Mittelfristig sei der Standort Unterkulm gesichert, ist CEO Gloor überzeugt. Das nächste Ziel sei, im Ausland noch zu wachsen. Momentan exportiert KWC rund 30 Prozent ihrer Produkte. Die Firma ist also abhängig vom Heimmarkt Schweiz.