Herbstserie: Wie französisch sind die Solothurner im Leimental?

Das Solothurner Leimental grenzt auf einer Länge von 20 Kilometern ans französische Elsass. Aber: man hat kaum miteinander zu tun. Die kulturellen und institutionellen Unterschiede sind zu gross, auch wenn man sich geografisch als eine Region versteht. Ein Besuch im Solothurner Grenzdorf Bättwil.

Die Grenze zu Frankreich ist in Bättwil Alltag. «Für uns ist die Grenze nur ein Punkt», erzählt François Sandoz, der seit sieben Jahren Gemeindepräsident von Bättwil ist. Das heisst aber nicht, das sie nicht existiert. Denn obwohl man sich als eine Region versteht, hat man kaum miteinander zu tun. Auch nicht mit der Nachbargemeinde Leymen.

«  Wir funktionieren ganz anders. »

François Sandoz
Gemeindepräsident Bättwil

Leymen sei von Paris gesteuert. In Bättwil sei die Autonomie viel grösser. Mit solch unterschiedlichen Regierungsformen sei es schwierig, zusammenzuarbeiten, so Sandoz weiter. «Ein Radweg entlang der Tramlinie ist das erste mir bekannte gemeinsame Projekt über die Grenze hinweg.»

Blick nach Basel und nicht nach Frankreich

Überhaupt wird schnell klar: Wichtig für das solothurner Leimental ist Basel sowohl ökonomisch, kulturell und Ausbildungstechnisch. Das Elsass hat eine wesentlich kleinere Bedeutung: «Es gibt wenig, das uns ins Elsass führt.»

Bättwil hat rund 1'200 Einwohner. Die Mehrheit davon ist, wie der Gemeindepräsident auch, zugezogen. Sandoz, der gebürtige Neuenburger lebt seit 21 Jahren in Bättwil. Im Dorf gibt es zwar noch Arbeitsplätze, die Meisten arbeiten aber in Basel in der Chemiebranche oder im Dienstleistungssektor.