Sicherheit auf dem Schulweg Herznach: Lotsendienst für Schüler mit Anlaufschwierigkeiten

Die Gemeinde Herznach sucht Personal für einen Lotsendienst. Aber das Echo auf diverse Aufrufe ist bis jetzt mager: Nur zwei Pensionierte haben sich gemeldet. Es braucht 10 bis 12 Lotsen, damit die Kinder sicher über die gefährliche Hauptstrasse mitten im Dorf gelangen.

Eine Frau mit Leuchtweste gibt den Weg frei über den Fussgängerstreifen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Diverse Gemeinden in der Schweiz kennen den Lotsendienst auf dem Schulweg. Hier zum Beispiel Lully (GE). Keystone

Herznach im Fricktal: Die Hauptstrasse führt mitten durchs Dorf und teilt es in zwei Hälften. Im Durchschnitt befahren 12'000 Fahrzeuge pro Tag die Strasse, 800 davon sind Lastwagen.

Der Verkehr habe in den letzten Jahren stark zugenommen, ist im Dorf zu hören. Der Grund: Herznach liegt am Staffelegg-Zubringer. Und seit dieser ausgebaut worden ist, zieht er viel mehr (Schwer-)Verkehr an. Der Weg von Aarau ins Fricktal führt durch Herznach und ist eine beliebte Abkürzung.

Im Unterdorf und im Oberdorf von Herznach gibt es je einen Übergang für jene Kinder, die auf ihrem Schulweg die Hauptstrasse überqueren müssen. Und diese Übergänge sollen mit Lotsen gesichert werden. So will es die Gemeindeversammlung. Im November 2016 sagte sie praktisch einstimmig Ja zu einem Lotsendienst und bewilligte pro Jahr 11'000 Franken dafür.

Die Eckdaten des Lotsendienstes:

  • Einsätze Mo–Fr 7.55–8.15 Uhr, 11.45–12.05 Uhr, zusätzlich Mo/Di 13.05–13.25/15.05–15.25 Uhr
  • Stundenlohn 25 Franken, Ausbildung bei der Regionalpolizei
  • Ausrüstung: Leuchtweste und Signallampe
  • Personalbestand 10 bis 12 Personen

Nach der Gemeindeversammlung suchte der Gemeinderat über die Presse nach Personal. Und alle Eltern schulpflichtiger Kinder wurden von der Schule angeschrieben mit der Bitte, sich für den Lotsendienst zur Verfügung zu stellen.

Wenig Rückmeldungen

Resultat der Aufrufe: Zwei Bewerbungen. «Es sind Pensionierte, jüngere Pensionierte», sagt Gemeindeschreiber Harry Wilhelm. Von einem Flop will er nicht sprechen. «Wir machen jetzt noch einmal eine Runde. Wir hoffen, dass wir Eltern für den Lotsendienst motivieren können.»

Die Initiative für den Lotsendienst kam ursprünglich von der Elterngruppe Kunterbunt aus Herznach. Diese brachte den Antrag dafür beim Gemeinderat ein und dieser legte ihn der Gemeindeversammlung vor mit der Bitte um Zustimmung.

Ein Job für Senioren

Wenn die Initiative zum Lotsendienst schon aus Elternkreisen kam, warum melden sich diese dann nicht dafür? Nicole Acklin, Sprecherin der Elterngruppe Kunterbunt, weist gegenüber SRF darauf hin, dass es sich dabei nicht um einen Verein handle mit vielen Mitgliedern, sondern nur um eine kleine Gruppe von sieben Frauen.

Und von diesen hätten alle Kinder im Vorschulalter. «Für uns ist es unmöglich, diesen Dienst zu leisten. Jemand müsste dann in dieser Zeit unsere kleinen Kinder betreuen.»

Nicole Acklin und der Gemeinderat hoffen nun, dass sich noch weitere Pensionierte melden oder Eltern, deren Kinder schon alle in die Schule gehen. Nur so wäre es möglich, dass die Ausbildung für den Lotsendienst im Januar stattfindet und dass der Dienst nach den Sportferien funktioniert.